&0 Jahre Leben
Älter werden oder jung sterben?, Faltenfreie Seele

Von der Freiheit des Alterns und des Alters

An irgendeinem Punkt in den letzten Monaten habe ich angefangen, es zu genießen älter zu werden oder auch zu sein. Schau nicht so ungläubig, sondern lass mich erzählen! Allem voran, wie immer man dazu steht, eine Wahl hat man nicht, na ja doch, irgendwie schon, aber die Alternative: Nope! Der Himmel darf gerne noch sehr lange warten.

Alt werden oder jung sterben, das ist hier die Frage

Mit dem Gedanken 60 zu werden und inzwischen schon fast 62 zu sein, tat ich mich wirklich schwer. Mein innerer Dämon kicherte höhnisch und flüsterte mir zu: „Jetzt biste‘ alt“. Da war schon eine gewisse Nähe zum Friedhof spürbar, zumal meine beiden Großmütter und mein Vater mit 62 verstorben sind. Dazu kam der Tod eines Mannes, den ich einstmals sehr geliebt habe, mit nur 59 Jahren.

Inzwischen aber frage ich mich, ob ich wirklich, würde die berühmte gute Fee vor mir stehen und mir in Aussicht stellen, wieder 30 (20 zu sein fand ich eh doof) zu sein, was würde ich tun? Laut und vernehmlich hier schreien? Vielleicht würde ich auch lässig abwinken. Denn was würde mir dann alles fehlen, angefangen mit meinem größten Schatz, meiner Tochter. Aber auch so viele Erinnerungen, Momente, die mich zu der Person geformt haben, die ich heute bin. Eigentlich mag ich die ganz gerne!

Hier seht ihr mich mit 20, 30, 40, 50 und 61 … geht doch, oder?

Eine weitere Überlegung war es, für eine optische Generalüberholung zu sparen. Der erste Lack ist zweifellos ab und die eine oder andere Optimierung könnte nicht schaden. Nur werde ich davon ja auch nicht wirklich jünger. Eher wäre es reizvoll, wenn mein Körper wieder so fit und schwungvoll wäre, wie früher. Wieder etwas, was nicht geht, es sei denn, ich arbeite dran. Daher habe ich beschlossen, die Beauty Docs werden auf mein Geld verzichten müssen. Lieber investiere ich in meinen persönlichen Jungbrunnen und freue mich auf viele tolle Reisen.

Mehr als nur Schwarz/weiß

Mein Sternzeichen ist Stehaufmädchen und ich mag mich wie ich bin. Denn jede Falte, jede Narbe, meine Haltung und was da noch alles ist, habe ich mir hart erkämpft, mir verdient. Ein bisschen stolz bin ich auf mich. Immerhin habe ich mich wieder aus dem Rollstuhl gekämpft, das ist doch was. Nein ich sehe nicht unverändert aus und das ist auch gut so! Wäre es so, hieße das, ich hätte nicht gelebt! Welche wunderbare, schreckliche, aufregende, beängstigende, verrückte, ver- und entliebte Zeiten wären mir dann entgangen.

Inzwischen habe ich auch manch einen Vorteil des Alters entdeckt: Ich kann an jeder Baustelle vorbei gehen und muss mir keine blöden Kommentare der dort Arbeitenden mehr anhören. Ständig unterschätzt man mich, weil ich ja älter bin. Ich darf den Seniorenbeirat mitwählen *YEAH*! Außerdem bin ich im besten Spitzenpolitikeralter., Es gibt schon Altersrabatte, selbst das betreute Wohnen stände mir offen. In zwei Jahren darf ich als Schwerbehinderte regulär in Pension gehen. Ich kann, wenn ich will, in die meisten Länder reisen, ohne doofe Anmache zu fürchten. Ich ziehe an, was ich mag und es ist mir schnuppe, was, wer darüber denkt. Im schlimmsten Fall bestimmt: „Die Alte hat ’nen Knall‘, was ich viel besser finde als unsichtbar zu sein. Aber selbst das, wäre vielleicht gar nicht so schlimm, habe ich mir doch mit 15 eine Tarnkappe gewünscht. Nun habe ich eine, ‚all inklusiv‘ sozusagen.

Der Traum vom Ruhestand

Ganz bewusst versuche ich, nicht von der Zeit meines (Un-)Ruhestandes zu träumen, von all den vielen Reisen, den Möglichkeiten des Verweilens, der neuen Erfahrungen. Zu oft habe ich es erlebt, dass das Schicksal echt mistig sein kann und so manch eine:r dies dann nicht oder kaum noch erlebte. Da bin ich ein wenig abergläubisch. Aber psssst, ein bisschen freue ich mich schon drauf. Aber und das ist wichtig, ich lebe auch im Hier und Jetzt, reise jetzt, versuche Dinge – wie diesen Blog – zu machen, die ich liebe. Gerade das Erleben des Todes so hautnah, hat es mir noch bewusster gemacht, im Grunde haben wir nur das Heute.

Mach was draus

Aus Dingen, die man nicht ändern kann, sollte man das Beste machen, immer! So schnell haut mich heute nichts mehr um, ich musste Schicksalsschläge, Verluste, schwere Krankheit und noch viel mehr einstecken und bin doch immer wieder aufgestanden und habe weiter gemacht. Geht es nicht darum, immer einmal mehr aufzustehen als man gefallen ist?

Natürlich bin ich mir bewusst, dass mit jedem Geburtstag auch das Ende (oder ein Übergang?) näher rückt, aber auch daran kann ich – außer gesund zu leben und positiv zu denken – nichts ändern. Nur auf die guten Gene meiner Urgroßeltern und meiner Mutter darf ich hoffen. Vielleicht wird mir mein Rücken im Alter viele Probleme machen, aber da geht es anderen doch nicht anders und weiß man’s?

Also: Let’s rock it❗️

Lt´s rock it!

📌Am Sonntag dürfte ihr euch auf den 2. Teil des Mallorca-Reiseberichts „Es geht los“ ✈👩‍✈️freuen

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