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Manuela Buyny

liebt Mode und hat ein Handicap

INFO

Ich bin mit dem Thema Mode aufgewachsen, wenn andere Hündchen und Kätzchen malten, versuchte ich mich im Modezeichnen. Meine Mutter ist gelernte Damenschneiderin und entwarf Kleidung, was ich sehr bewunderte. Leider erkannte ich recht bald, weder Schneidern noch Zeichnen sind meine Welt. Was blieb ist die Liebe zur Mode.

Richtig wichtig wurde sie für mich im Teenie-Alter, von da an brauchte ich sie. Quasi über Nacht hatte ich eine schwere Skoliose (seitliche Krümmung der Wirbelsäule) entwickelt, die nur schwer zu übersehen war und ist.

Gerade mitten in der Pubertät war es verdammt schwer,  damit umzugehen. Nicht zu sein wie alle, war die Höchststrafe. Damals wünschte ich mir unsichtbar zu sein, aber andererseits war da auch der Wunsch nach Sichtbarkeit. Ich fing an, meinen eigenen Stil zu entwickeln, der meinen Rücken kaschierte und meine Vorzüge betonen sollte. Inzwischen sind viele Jahre ins Land gegangen, heute als reife Frau weiß ich ziemlich genau was geht und zu mir passt oder um Guido Maria Kretschmer, der eigentlich schuld an diesem Blog ist, zu zitieren: Ich weiß, was etwas für mich tut.

Seelen sind nicht schief, nicht zu dick (dünn, klein, groß, …) und haben keine Falten

(von mir)

Eigentlich war der Plan oder besser Guidos Idee, einen Modeblog für Frauen mit Scoliose zu machen. Da es bei den heutigen Operationsmethoden nach der OP keine Probleme mit der Optik mehr gibt, verwarf ich diesen Gedanken ganz schnell und dachte eher an eine Seite für Menschen mit Handicap.Lange habe ich gegrübelt, aber es hat sich nicht richtig angefühlt. Aufraffen konnte ich mich nicht. Ich habe zwar angefangen, aber der Schwung zum Weitermachen fehlte. Erfahrung kann auch nützlich sein und so habe ich gelernt, einem solchen Gefühl zu vertrauen. Statt einfach weiterzumachen, habe ich meinem Hirn den Auftrag gegeben (Ja, das geht!!!), herauszufinden,  wo der Fehler liegt. Gestern hat es Klick gemacht, bei einer wundervollen Instagram-Freundin, habe ich etwas gelesen. Sie schreibt:

… Weil ich zeigen möchte, daß Mode nichts mit Alter und Konfektionsgröße zu tun hat.

(Sense and Soul, Instagram @senseandsoul)

Wie Schuppen fiel es mir von den Augen, genau das ist der Punkt, es ist völlig egal, ob uns ein oder beide Beine fehlen, wir im Rollstuhl sitzen oder eine sehr schiefe Skoliose haben (wie ich) oder wir nur einen, unserer Meinung nach, zu runden Po, bzw. einen Bauch, eine große oder kleine Nase haben,  wir uns viel zu klein/zu groß finden, vermeintlich zuviel oder zu wenig Busen haben, haben, eine Frau im Körper eines Mannes oder umgekehrt sind. Vielleicht  finden wir auch schlicht , wir sind viel zu alt für Mode oder zu jung für unseren Geschmack sind.

Das alles spielt in Wirklichkeit keine Rolle, Mode ist für uns alle da, für dich, für mich, für jede/n von uns.  Sie kann viel für uns tun, aber eben auch das Gegenteil anrichten und hier schließt sich der Kreis zu Guido. Bestimmt würde er es genauso sehen. Das war übrigens der Grund, warum ich an das Magazin ‚Guido‘ geschrieben hatte, ich fand es unfair, dass Menschen mit Handicap in der Mode und in der Guido nicht sichtbar sind.

Aber warum ist das so? Machen wir den perfekten Menschen Angst? Glauben sie wir stecken an oder sehen sie, was alles passieren kann? Geht es nicht vielen von uns so? Wir wünschen uns eine Tarnkappe, denn mit ihr sind wir nicht nur unsichtbar, sondern auch verletzlich. Aber ist es nicht in Wirklichkeit so, wie mit der Liebe. Ohne sie, gibt es keinen Liebeskummer, aber auch das schönste Gefühl der Welt bleibt fremd.

Ich trete hier an um zeigen, dass jeder Mensch das Potential hat, schön zu sein und wir uns weder in gedeckte Farben noch in unauffällige Schnitte hüllen müssen.

Lasst uns zusammenstehen, Tipps geben, wie man Vorzüge betonen kann und verstecken kann, was niemanden etwas angeht.

Dieser Blog soll außerdem eine Plattform sein, die Menschen mit ihrem Handicap in ihrer ganzen Schönheit zu zeigen, offensiv damit umzugehen, egal, ob sie es schon geschafft haben oder ganz am Anfang stehen. Zeigen wer sie und was sie sind. Denn wären wir ohne unsere Behinderung die Menschen, die wir heute sind?

In den ersten Blogbeiträgen erzähle ich euch was, Guido Maria Kretschmer mit diesem Blog zu tun hat und warum er dessen Pate ist.

Selbstbewusstsein ist eine Entscheidung oder wie Konrad Adenauer so treffend sagte:
Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.

Die Modewelt ist heute Body positivily, was auch gut so ist. Wir dürfen dick, dünn, groß oder klein sein, haben viel oder wenig Busen und Hintern, kurze oder lange Beine, einen Zinken oder ein Näschen. Nur wir Menschen mit Handicap finden in der Modewelt nicht statt. Warum ist das so? Vielen von uns geht es wohl so, wie mir früher, wir wünschen uns eine Tarnkappe, denn mit ihr sind wir nicht verletzlich. Aber ist es nicht in Wirklichkeit so, wie mit der Liebe. Ohne sie, tut auch der Liebeskummer nicht weh, aber auch das schönste Gefühl der Welt bleibt fremd.

Ich möchte zeigen wie schön auch Menschen mit einer Behinderung sein können, wir dazu gehören und uns weder in gedeckte Farben noch in unauffällige Schnitte hüllen müssen. Wir sollten zusammenstehen, uns Tipps geben, wie man Vorzüge betonen kann und verstecken kann, was niemanden etwas angeht.

Dieser Blog ist eine Plattform sein, die Menschen mit ihrem Handicap in ihrer ganzen Schönheit zeigt, offensiv damit umzugehen, egal, ob sie es schon geschafft haben oder ganz am Anfang stehen. Zeigen wer sie und was sie sind. Denn wären wir ohne unsere Behinderung die Menschen, die wir heute sind?

In den ersten Blogbeiträgen erzähle ich euch warum Guido Maria Kretschmer Ideengeber des Blogs und wie es dazu kam.

Interview

Zeitschrift „Guido
„Unter vier Augen“
Heft 10/2021

Ich freu mich über jeden Menschen mit Handicap, der Lust hat, sich hier vorzustellen oder mir alternativ ein paar Fragen beantworten möchte. Trau dich! Genauso freue ich mich von all denen zu hören, deren Thema Mode und/oder Schönheit ist und die Ideen haben, was uns schöner macht.

Kontakt

AUTORIN:

Seit 2000 Autorin für Eiskunstlauf-Fachzeitschriften, z.Zt für die Pirouette