Berlin, Berlin, Deutschland, Potsdam, Reisen durch die Welt

Potsdam – eine Stadt in der viele schöne Erinnerungen wohnen

Potsdam gehört zu den Städten für die mein Herz schlägt. Sollte ich je auf Dauer nach Deutschland zurückkehren, wäre Potsdam als Wohnort ein heißer Kandidat.

Warum ist das so? Es ist lange her, die Zeit der Wende, des Aufbau Ost. Ich war jung, 30 Jahre, fühlte mich in meinem geregelten Beamtenleben eingeengt und ein wenig gelangweilt, mir fehlten Herausforderungen.

An meinem 30. Geburtstag

Bis ich eines Tages am Schwarzen Brett (so bekam man Infos) die Stellenausschreibung sah: Eine Sachgebietsleiterstelle „deep in the east“, in Beelitz. NVA (Armee der DDR)-Liegenschaften sollten übernommen, gesichtet, ggf. saniert oder aber in das allgemeine Vermögen des Bundes überführt werden. Was ich nicht wusste, dazu gehörten nicht nur Kasernen und Übungsplätze, sondern auch große Villen, ein Schloss, ehemalige Ferienlager, Gästehäuser (Hotels), Regierungssbunker, ein Flugplatz, Seen, eine Jacht und der Flieger vom ehemaligen Staatschef Erich Honecker. Eine Herausforderung war es definitiv, dabei unglaublich spannend, sehr aufregend und voller Überraschungen. Nach ca. 6 Monaten wechselte ich in ein Ministerium in Potsdam und war schockverliebt in diese Stadt. Von da an ein besonderer Ort für mich.

Infos und Links, wie immer am Ende des Textes.

Blick von der langen Brücke

Trotzdem werde ich bei jedem Besuch ein wenig sentimental. In dieser Stadt wohnen auch unendlich viele Erinnerungen an Menschen, an Herz, an Schmerz, Lachen, Weinen, Erschöpfung, Neubeginn, Enttäuschung und Befreiung. Dort habe ich neben all der Arbeit eine auch wunderschöne Zeit mit einer großen Liebe verbracht. In Potsdam bin ich – gefühlt – mit 30 so richtig erwachsen geworden.

Hier lernt man, dass die Zeit nicht vergeht, sondern sich verwandelt.

(Das sagte Voltaire über seine Zeit in Sanssouci)

Natürlich war die Stadt kurz nach der Wende eine ganz andere als Potsdam heute. Als ich das erste Mal Sanssousi besuchte, stattete auch gerade eine Einheit der russischen Armee dem Schloss einen Besuch ab. Im Cafe in der Brandenburger Straße kostete ein Kaffee 35 Pfennige, Milch und Zucker jeweils 5 Pfennige mehr. Die Stadt war ganz schön runtergekommen, die meisten Häuser waren in einem erbärmlichen Zustand und doch war der ganz besondere Charme ungebrochen. Damals gab es noch den Bacchuskeller und das Cafe Minsk, in beiden konnte man exzellent essen. Im Schlosstheater schien die Zeit stehen geblieben8 zu sein: alles war voll mit rotem Samt und Plüsch, es gab noch regelmäßig ganz wunderbare Stücke, vor dem Kunstgenuss konnte man im dazugehörigen Cafe, den herrlich leckeren Kuchen genießen. Dort sah ich u.a. die Hochzeit des Figaro, eine wunderbare Inszenierung und  einfach herzergreifend.

Der Alte Markt

Damals wie heute konnte man ganz wunderbar in der in der Villa Kellermann essen, die noch nicht Günther Jauch gehörte und ein wunderbares italienisches Restaurant beherbergte. Genau da war ich heute wieder mit meiner Tochter, inzwischen nennt sich das Restaurant Höfts, serviert wird gehobene deutsche Küche. Ein zauberhaft schöner Ort mit sehr köstlichem Essen.

Vorher hatten wir dem Museum Barberini einen Besuch abgestattet und die Werke der Neo Impressionisten um Paul Signac bewundert. Darunter ganz wunderbare Werke, auch wenn mein Herz noch ein wenig mehr für die Impressionisten selbst schlägt. Gerade die Gemälde von Monet aus der Sammlung sind atemberaubend schön und ich habe für meinen Teil (erst) heute Renoir als Landschaftsmaler entdeckt.

Leider überraschte uns zum Abschluss noch der Regen, vor dem wir an der neugotischen Bibliothek Schutz fanden,  bevor wir dann durch das holländische Viertel zur Tram liefen.

Manchmal ist es so schön, wenn man der eigenen Vergangenheit eine sentimentalen Besuch abstatten kann.

Sachlichkeiten

📌Fortsetzung folgt!

Kommentar verfassen