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Meine Woche in Puerto – heute: August

Yeah, es gibt eine neue Kategorie ‚Meine Woche in Puerto‚, sie wurde aus der Not geboren. Mir fiel partout nicht ein, was ich erzählen könnte. Eine Idee war geboren: Ich schreibe einfach über eine ganz normale, nämlich die vergangene, Woche. Wir alle sind für mehr Realität im Internet und da finde ich es wichtig, auch davon zu erzählen, dass das Leben, nur weil man in einem anderen Land lebt, nicht jeden Tag aufregend ist. In jedem Umfeld ist irgendwann der Honeymoon ist vorbei und man lebt so vor sich hin und es ist im Grunde das, was man daraus macht.

Wann immer euch dieses Titelbild begegnet, wisst ihr: Sie erzählt von ihrer Woche.

Dieses Bild beschreibt die Kategorie 'Meine Woche in Puerto' und zeigt mich inmitten der Wochentage und vieler Eindrücke von Teneriffa im Animeestil
Kategorie: Meine Woche in Puerto

Calima, das bedeutet erschwerte Bedingungen

Es ist August und damit ein typischer Calima Monat. Aber was ist Calima überhaupt? Es ist ein Wetterphänomen, bei dem heißer Wüstenwind mit orangem Staub aus der Sahara  auf die Kanaren und kapverdischen Inseln hinüber weht. Dieser Staub lässt die Welt nicht nur aussehen als hätte man einem orangen Schleier über alles gelegt, es wird – besonders im Sommer – sehr heiß. Aber, und das ist am schwerwiegendsten, Calima reizt die Atemwege und ist eine Belastung für ältere und/oder angeschlagene Menschen.

Älter bin ich inzwischen eh und leider noch immer in einer herausfordernder Therapie. In dieser Woche war es wirklich heftig und ich bin viel Zuhause geblieben. Dabei ist mir aufgefallen, mein Wohnzimmer wird ab Mittag von der Sonne geküsst, sprich: Ich habe volle Sonneneinstrahlung und keinen Schutz. Gehofft hatte ich, mein neuer, schöner und großer Sonnenschirm würde helfen. Leider ist jedoch sein Fuß so schwer, dass ich ihn nicht bewegen kann. Mein Kreislauf fand diese Wetterlage gar nicht nett, aber hey, meine Gelenke schon.

Meine Woche im August

Montag

Am Montag war ich mit meiner Freundin am Teresitas Strand in der Nähe von Santa Cruz und ich habe mich trotz aller Unkenrufe ins Wasser getraut und 7ch lebe noch. Heißen Sand kenne ich, aber hier war er so aufgeheizt, dass selbst das bisschen Sand, das noch in die Schuhe gelangt, einem die Füße verbrennt. Was soll ich sagen, es war herrlich. Wir hatten uns ein sehr bequemes Bali Bett gemietet (30€ Tag) und haben die Zeit sehr genossen. Leider war die Strandbar sehr enttäuschend, das essen war nicht gut, aber teuer.

Dienstag

Vera hatte mich gefragt, ob ich mit zu einem Gruppentreffen im Taoropark komme, sie kannte diese Gruppe von früher. Wohl wegen des Wetters waren wir insgesamt nur zu viert, aber es war durchaus eine nette Zeit. Anschließend waren wir dann noch in der einzigen Eisdiele in Puerto, die so ist, wie wir es kennen mit richtigen Eisbechern in Glas oder Porzellan. Wie (fast) immer gab es für mich ein Spaghettieis. Es war total lecker.

Spaghetti Eis

Mittwoch und Donnerstag

Zwei Tage an denen ich im Grunde nichts gemacht habe, mein Kreislauf zickte, mir ging es weder körperlich noch mental gut. Hinzu kam der 4. Todestag meiner Mutter, mit ihr war ich als Kind und junges Mädchen viel auf Teneriffa gewesen. Damals wurde mein Traum, hier irgendwann zu leben geboren. Ich kann mich noch gut erinnerte, dass wir als ich ca. 17 war überlegten, auszuwandern. Meine Mutter war ursprünglich in der Gastronomie und wollte gerne ein Cafe eröffnen. Es hatte sich eine Chance ergeben. Sie tat es dann doch nicht, weil es ihr wichtiger war, dass ich mein Abi mache.

Die Leichtigkeit des Seins

An diesen beiden Tagen habe ich wirklich daran gezweifelt, ob ich hier richtig bin. Ich sehnte mich so sehr nach kühlen Temperaturen und dachte darüber nach, dass ich irgendwo hin will, wo es schön kalt ist. Die Antarktis erschien mir eine gute Idee zu sein. Es waren wirklich blöde Tage.

Besser wurde es erst bei den Telefongesprächen mit meiner Tochter. Wir planen unseren England Urlaub im nächsten Monat.

Freitag

Freitag packte ich mich bei den Hammelbeinen, packte meine Badetasche und ging ins Schwimmbad vor meiner Tür. Das ist der berühmte Lago Martianez. Dort hatte ich einen ganz wunderbaren Tag, ich konnte einen Schattenplatz ergattern, war im Wasser, machte nach Herzenslust ‚Toter Mann‘, trank im Cafe einen leckeren Frappé und las ziemlich viel. Die Idee hier zu leben stieg wieder deutlich im Kurs.

Abends musste ich dringend noch Einkaufen, mein Kühlschrank bot nicht mehr viel. Auf dem Heimweg sprach mich eine Frau an. Ich, typisch Berlin, wehrte sofort ab, hielt meine Tasche fester und wollte flüchten. Es stellte sich jedoch raus, sie hatte auf mich gewartet. Meine Vermierterin hatte mir geholfen, eine Perle zu finden, die mit ab und zu bei der Hausarbeit hilft. Durch meine diversen Wirbelsäulen OPs fällt es mir sehr schwer in Ecken zu krabbeln und unter Möbeln zu putzen. D. war mir sympathisch und wir verabredeten uns für den nächsten Tag zum Probeputzen.

Am gleichen Tag machte ich meiner Vermieterin klar, dass es in der Wohnung ohne Sonnenschutz nicht geht. Wie fast alle Wohnungen in Spanien ist auch meine möbliert gewesen und ich stellte mit einen Verdunklungsvorhang vor. Meine Nachbarin meinte allerdings, eine Markise sei doch viel besser und lud mich ein, in ihrer Wohnung mit Markise die Temperatur zu testen. Der Unterschied ist echt gewaltig.

Samstag

Juhu, ich bekomme meine Markise, Ines (meine Vermieterin) war mit dem Maßband bewaffnet bei mir. Außerdem beschloss ich, dass es endlich an der Zeit ist, mir hier einen Drucker zuzulegen. Ich brauche meine Arztrechnungen einfach in Papierform.

Daher machte ich mich auf den Weg ins nahe Einkaufszentrum La Villa, dass nur ein paar Kilometer entfernt ist. Darin gibt es einen riesigen Supermarkt, wie Kaufland, nur größer. natürlich gibt es auch ein Fachgeschäft, aber da gefiel es mir so gar nicht.

Ich hatte Glück und bekam meinen schlichten HP-Drucker. Ich hatte in Berlin zuletzt einen Canon und der war einfach Mist. Meine Tochter hatte mir geraten einen möglichst „dummen“ zu suchen mit wenigen Funktionen. Den habe ich nun.

📌 Fortsetzung folgt …

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