Mode & Schönheit, Pflegende Angehörige sein

Grau oder nicht Grau, das ist hier die Frage

Bis vor kurzem war es für mich selbstverständlich brav alle paar Wochen meine Haare zu färben bzw. färben zu lassen. Dann kamen all die tollen Damen mit grauem Schopf und nun zweifle ich schon seit einigen Monaten. Bin ich bereit grau zu werden, was ja auch heißt den absolut natürlichen Alterungsprozess in meinem Leben willkommen zu heißen?

Bis jetzt war es ganz einfach, ich habe einfach nichts getan, aber nun steht der Urlaub vor der Tür und damit ist es, denke ich, an der Zeit mich (vorerst) zu entscheiden. Fahre ich angegraut oder frisch getönt los? Da ist diese Stimme in mir, die flüstert: „Tue mehr, denn du fühlst dich doch auch jung“ und sie redet nicht nur vom Haare färben sondern auch von hier ein bisschen Botox, da etwas Hyaluronsäure, so einfach geht das und schon hat man 10 Jahre einfach weggewischt. Würde man mich für noch jünger halten, wenn ich knappe Miniröckchen, kurze Shorts und Crop-Tops tragen würde? Wo ist das Ende?

Die Frage ist nur, kann man sich oder besser, kann ich mich, so einfach selbst täuschen? Geht es mir tatsächlich darum jünger auszusehen? Im Grunde glaube ich nein, ich möchte, nein ICH WILL jung sein. Mit 60 sieht man am (glücklicherweise) noch fernen Horizont schon Endlichkeit dieses Lebens und ob es davon mehr gibt, wissen wir alle nicht. Rein rechnerisch dürfte in spätestens 40 Jahren Schluss sein. Ja, mit Glück werde ich alt oder sogar sehr alt und wenn nicht ist es doch noch wichtiger, die Lebenspanne zu genießen egal ob frau nun grau, blond, braun oder schwarz auf dem Kopf ist, ein paar Falten im Gesicht hat und sich sogar manchmal erschöpft und wie 80 fühlt.

Wenn man einen anderen, einen alten Menschen pflegt, wird man Tag für Tag daran erinnert, was kommen kann, wie es sein kann. Tatsächlich lernt man, Altern ist tatsächlich nichts für Feiglinge, es ist ein beschwerlicher Weg, oft abhängig von anderen, oft angewiesen auf sie. Abends vor dem Einschlafen, denke ich schon manchmal darüber nach, was mich erwartet. Meine Mama war so eine taffe, stolze, schöne und vielbewunderte Frau, die jede Woche mehrere Bücher verschlang, tiefgründige Gespräche liebte. Heute wäre sie auf sich gestellt nicht mehr überlebensfähig, aber auch so wird sie noch innig geliebt. Vielleicht werde ich aber auch zu den glücklichen Alten zählen, es meinen Urgroßeltern nachtun, fast 100 zu werden und bis wenige Wochen vor dem Tod munter das Tanzbein zu schwingen?

Bei diesen Gedanken wird mir dann schnell klar, wie unwichtig es ist, möglichst lange den Schein von Jugend aufrecht zu erhalten. Diese Zeit sollte frau besser nutzen zu überlegen, was sie tun kann, um möglichst geistig und körperlich fit zu bleiben, die Ernährung zu optimieren und den Fitnesslevel zu erhöhen. Mal sehen, ob meine Kraft und meine Selbstdisziplin dafür reichen. Ein echtes Vorbild ist Iris Apfel für mich, die so herrlich schräg und eine unglaubliche Persönlichkeit ist, obwohl sie 100 ist und einen weiß-grauen Schopf hat.

Wie siehst du das, und du und du ❓❓❓ Bitte schreibt mir doch eure Meinung in die Kommentare, ach ja, soll ich wieder Färben❓

3 Gedanken zu „Grau oder nicht Grau, das ist hier die Frage“

  1. Hallo 😊 Ich bin zwar erst 50, aber ich finde meine grauen nicht schön. Also , versteh mich nicht falsch, graue Haare machen mir nichts aus, ich finde nur mein grau ist nicht so schön. Deswegen Färbe ich sie mir 🤷🏼‍♀️🤣 Im Moment bin ich Platin Blond 🙊 Ich war auch schon rot, lila, braun und sogar einmal orange Farben 😅 Ich persönlich werde solange Färben, bis ich es nicht mehr alleine hin bekomme. Liebe Grüße, Susi 🌹

    1. Ich verstehe dich nur zu gut, ich bin mir ja auch nicht sicher. Sicher bin ich auch nicht, weil ich befürchte auch kein tolles Grau zu bekommen. Überhaupt kann ich mich kaum an meine eigentliche Haarfarbe erinnern, ich bin ähnlich expermentier freudig wie du. Liebe Grüße, Manuela

  2. Schwieriges Kapitel… Ich (Izabella) möchte Dir darin Recht geben, auf den falschen Schein zu verzichten und das eigene Selbstbewusstsein nicht von den Blicken anderer abhängig zu machen… Gut leben, lustvoll Dinge tun, genießen – also die „inneren Werte“ – sind viel wichtiger als der schöne Schein. Und die Blicke, die man erntet, beziehen sich dann genau darauf und nicht auf die gerade angesagten Schönheitsnormen der Konsumindustrie…

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