Ich rede mit hier den Mund fusselig und erzähle, von vielen Aspekten meiner Reise. Und was ist? Die zweithäufigste Frage, na, was meinst du? Es ist eindeutig die: „Wie finanziert du das?“
Zeit ist manchmal viel kostbarer als Geld. Lebenszeit zum Beispiel.
(Seibold, Klaus)
Einige werden jetzt sagen: „Die hat gut reden“. So ist es aber nicht, auch bei mir pflegt Geld nicht vom Himmel zu fallen. Schade eigentlich! Zum Glück sind wir Menschen aber kreativ und mein unruhiger Geist ist es eh.
Um die Ecke denken
Aber wer hätte gedacht, dass meine inzwischen viel zu teure Wohnung in Berlin irgendwann zum Glücksfall würde? Für das, was ich für meine Wohnung in Berlin bekomme (genau das, was ich auch selbst zahle!) kann ich die Wohnung in Puerto bezahlen (alles inklusive 900€) und darüber hinaus auch meinen Lebensunterhalt pi mal Daumen finanzieren.

Am problematischten an Reise-Finanzierung ist in meinen Augen der Umstand, dass ich die gesamte Miete für 6,5 Monate auf einen Schlag zahlen muss. Das ist bei Kurzzeitmiete (weniger als 1 Jahr) in Spanien gesetzlich so geregelt. Hinzu kommen häufig noch Kaution und Maklergebühr. Da ich von privat miete, entfällt das bei mir.
Natürlich gibt es Möglichkeiten die „alles im voraus-Regel‘ zu umgehen, bspw. durch die Anmietung über Airbnb. Dort habe ich aber nicht vergleichbares gefunden, die Wohnungen waren entweder (viel) teurer, kleiner, schlechter ausgestattet oder abgelegen. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass jemand, der auf Teneriffa über einen fahrbaren Untersatz verfügt, auch dort etwas schönes finden kann.
Was kostet das Leben?
Die Lebenshaltungskosten entsprechen in etwa denen in Deutschland, so sagt man (ich werde berichten!). Essengehen ist wohl noch etwas günstiger (Im Vergleich zu Berlin). Auch der öffentliche Nahverkehr ist günstig, bspw. kostet eine Fahrt von Puerto nach Santa Cruz 5,50€ mit einer Bonuskarte 3,45€. Mehr dazu hier.
Wenn ich erst auf der Insel bin, gehen wir gelegentlich gemeinsam einkaufen.
Die Flugpreise variieren extrem, für den Hinflug zahle ich inklusive Gepäck (10 kg Handgepäck, kleine Tasche, 1 Koffer) 270,00€. Evtl. kommt noch ein Koffer 20kg für 50€ hinzu. Aus persönlichen Gründen komme ich im Dezember für ca. zwei Wochen heim, für diesen Flug zahle ich inkl. großem Handgepäck hingegen nur 50€.
Gerade beim Hinflug mit viel Gepäck müssen wir zum Flughafen und vom Flughafen zur Wohnung mit einem Taxi, dafür kalkuliere ich grob 200€.
Braucht man Rücklagen?
Persönlich würde ich ein solches Abenteuer nie gänzlich ohne Rücklagen beginnen. Geld für einen evtl. Abbruch muss in meinen Augen einfach da sein. Absolutes Minimum in meinen Augen: Geld für den Rückflug und den Flughafenbus. Nicht zu vergessen, es kann immer sein, dass man eine teure Arztrechnung sofort bezahlen muss … oder … oder ….
Kleine Story am Rande, es war einmal
Mit meiner Familie war ich gerade in Puerto angekommen, es ist Nacht und ich kann nicht schlafen. Kurz entschlossen trete ich auf den dunklen Balkon, meine Brille liegt im Bad, es ist die erste Nacht und alles ist noch unbekannt. Tja, blöd, da sind zwei Stufen, die ich vergessen hatte. Ich legte einen wenig eleganten Flug hin, schlug mit dem Kopf an die Wand zum Nachbarbalkon. Es tat super weh und blutete wie verrückt. Ich musste ins Krankenhaus. Ein CT wurde gemacht und die Wunde musste genäht werden. Ansonsten Entwarnung, aber ich musste an der Kasse die Rechnung sofort an der Kasse bezahlen: 800€.
So etwas ist mir auch nur dieses eine Mal passiert, aber es kann eben.
Natürlich kann und muss diese Entscheidung jede*r für sich treffen. Wenn du sagst: „Mir doch egal, ich mache einfach.“ Dann bittesehr!
Es wird ernst

Langsam wird es ernst, vorhin habe ich meinen ersten Koffer aufgebaut und angefangen, ihn zu befüllen. Endlose Listen schreibe ich. Diese Woche stehen noch einige Abschiede an und vorläufig die letzten Aktivitäten im Ehrenamt. Gar nicht so einfach.
… Fortsetzung folgt