Heute in einer Woche fliege ich zurück nach Teneriffa, meine Wohnung gehört mir ja noch bis Ende März. Auf die weiteren Monate freue ich mich sehr. Ich freue mich auf meine neuen Freunde, auf einige Besucher aus meinem alten Leben, darauf meine Sprachkenntnisse zu verbessern und natürlich darauf meine wunderschöne Insel weiter zu erkunden.
Deutschland
Übrigens, habe ich nie mit Deutschland gehadert und kann nicht von schlechten Erlebnissen berichten. Meine Tochter war/ist ganz wundervoll, die Menschen, die ich getroffen habe, reizend. Das Oberallgäu, wo wir Urlaub gemacht haben, hat echt alles gegeben: weiße Winterwunderlandschaft, strahlender Sonnenschein und der ganze Charme unserer Vergangenheit. Meine Freundinnen mit denen ich viele Stunden gefrühstückt habe und Silvester feiern werde, haben mich liebevoll empfangen, es ist also alles gut mit Deutschland und mir.









Tarnkappe erwünscht?
Trotz all der schönen Erlebnisse und Begegnungen saugt gefühlt jeder Tag hier mehr Lebenskraft aus mir. Ich bekomme meinen Hintern kaum noch aus dem Fernsehsessel und ich vermisse die Leichtigkeit meines Lebens auf Teneriffa. Dort habe ich das Gefühl angenommen zu werden, genauso wie und was ich bin. Ich darf ich sein, mit meinen Ecken und Kanten, Fehlern und Macken. Genau das ist es, was mir hier fehlt.
Da sage mal einer es gäbe keine Zufälle. Gerade habe ich ein wenig durch TikTok gescrollt und bin auf meiner For You Page ausgerechnet auf ein Video mit der Aussage: Geh im Leben dahin, wo dein Wert erkannt und geschätzt wird, gestoßen.
Welchen Wert hat ein Mensch, habe ich?
Zurecht fragt ihr jetzt, aber woran liegt das? Ich vermute mal es hat zum einen mit dem mehr an Licht zu tun, am vielen Draußen sein, aber zum anderen auch z.B. mit gesundheitlichen Aspekten. Auf Teneriffa habe ich häufig keine Schmerzen, außer ich mute meinen Knien, meinem Rücken viele Steigungen oder besondere Herausforderungen zu.









Diese Beispiele sind aber nur willkürlich herausgegriffen, erzählen aber bei weitem nicht die ganze Geschichte.
Wann bin ich etwas wert?
Meine Tochter hat im Urlaub, finde ich, etwas sehr Kluges gesagt. Sinngemäß: Die Wertschätzung eines Menschen ist in Deutschland eng mit seiner Produktivität verbunden. Solange man bezahlte Arbeit leistet, wird man wahrgenommen, geschätzt und respektiert. Sobald es damit vorbei ist, wird man jeden Tag etwas unsichtbarer, weil man für die Gesellschaft keinen Mehrwert mehr hat.
Selbst in Erzählungen von anderen wird Menschen, häufig die Persönlichkeit aberkannt, plötzlich ist man nur noch eine beliebige Oma und nicht mehr die Frau mit den Eigenschaften X und Y. Fast am schlimmsten finde ich, dass dahinter nicht mal Bösartigkeit, sondern nur Gleichgültigkeit steckt. Das kommt dann so rüber: „Vorhin hat doch glatt so eine Oma zu mir gesagt, …“ oder „Da war so eine liebe Omi“.
Ältere Frauen sind einfach Mädchen, die schon länger leben. (unbekannt)
Muss man sich mit 60plus verstecken?
Wusstet ihr dass sich viele Frauen ü60 freiwillig in möglichst dunkle oder farblose Kleidung hüllen, sich in und hinter ihr verstecken. Neulich war ich hier in Deutschland mit einer Freundin shoppen. Ihr gefiel ein knallrotes Oberteil besonders gut, eine Farbe, die ihr super stehen würde. Aber sie hängte es mit dem Satz: „Aber doch nicht in meinem Alter“ wieder weg. Warum?
Ist es in Spanien anders?
Das ist auf Teneriffa komplett anders, die Menschen tragen, worauf sie Lust haben, bleiben sichtbar und menschliche Individuen. Genau das möchte ich, die sein, die ich bin und eine Wertschätzung als Person erfahren.
Darum, ihr ahnt es schon, dürft ihr mir jetzt die Daumen drücken, eine Wohnung zur Langzeitmiete zu finden.
🍀🥂 Happy New Year 2025 🍀🥂

Fortsetzung folgt …