Heute: Punta del Teno, Busfahren mit Titsa, der Drachen-Baum in Icod, neuem Besuch und Ziegenkäsekuchen
Ich hätte ja nie gedacht, dass man, wenn man nach Teneriffa auswandert, auch als Single ü60 doch so viel Besuch bekommt. Finde es aber toll. Nun ist wieder ist eine meiner Besucherinnen abgereist. Es war wieder eine schöne gemeinsame Zeit, von meiner Tochter mal abgesehen,war sie die, die ich am längsten kenne. Nämlich seit knapp 32 Jahren. Aber davon hatte ich im letzten Post ja bereits erzählt.
Wisst ihr, was mich immer wieder zum Staunen bringt? Wie unterschiedlich, einzigartig und dadurch auch spannend Menschen doch sind. Im Gegensatz was viele Gen Z’ler*innen so denken, die von Menschen, ab einem gewissen Alter ja nur nur noch von Omas (Omis)/Opas(Opis) sprechen, waren drei der Frauen, die mich besucht haben deutlich über 60, dabei starke und interessante Persönlichkeiten. Das traf aber natürlich auch auf die jüngeren zu. Erstaunt bin ich immer, wenn man meint, ich sei besonders mutig, weil ich als Single-Frau ü60 mich getraut habe, alleine auszuwandern. Innerhalb der EU braucht es dafür nicht viel Mut, finde ich.
Mit allen hat es mir großen Spaß gemacht. Mit Gabriela war es ein wenig wie als Studentin, wir konnten über Gott und die Welt reden, philosophieren, haben miteinander gekocht, uns einfach in einen Bus gesetzt, weil der Zielort der einzige ohne Regen war. Das hatte der Wetterbericht bei ihr im Fahrstuhl gesagt und er hatte recht.
Unser Ziel an diesem Tag war der westlichste Punkt der Insel Teneriffa.
Der alte Leuchtturm Teno Alto und das Naturschutzgebiet

Mich faszinieren die Klimazonen der Insel. Bis Buenavista del Norte oder sogar Los Silos seid ihr im Norden mit üppiger Natur, feuchtem Klima und kühleren Temperaturen. Dann geht man am Punta del Teno quasi einmal um die Ecke und ist im kargen, trockenen und viel wärmeren Süden. Zwischen den beiden Orten liegen gerade mal gut 30 km.
Warum wollten wir zum alten Leuchtturm Teno Alto, der auch Faro de Teno bekannt ist? Mal abgesehen vom Wetterbericht im Fahrstuhl? Obwohl ich schon oft auf Teneriffa war, kannte ich diesen westlichen Teil der Insel fast gar nicht. Natürlich mit Ausnahme von Icod de los Vinos. El Drago (der tausendjährige Drachenbaum) und ich, wir duzen uns inzwischen.(Mehr zum letzten Besuch weiter unten). Als ich mich auf meinen Aufenthalt hier vorbereitete, bekam der Teno Alto als erstes ein Merkzettelchen. Mir gefielen Beschreibung und Fotos so gut. Leider ist die Fahrt doch recht weit, meine autofahrenenden Freunde zeigten nur mäßige Begeisterung (Ist bei den Kurven vielleicht auch gut so), die Busfahrt ist lang und ich bin leider so gar keine Frühaufsteherin. Aber Dank Gabriela konnte ich nun auch diesen Punkt auf meiner Liste mit einem Häkchen versehen.
*Anfahrt*
Von Puerto aus nimmt man am besten den bis Buensvista del Norte durcgehenden Bus 363 ab dem Busbahnhof fährt jede halb Stunde (um 8.20, 8.50,…) mit Ausnahme einer zweistündigen Mittagspause ab 11.50 Uhr, er braucht 1.34 bis Buenavista. Von dort fährt ein Spezialbus(Linie 369, Fahrplan Stand 03/2025 siehe unten), der pro Fahrt 1€ kostet.. Die Zufahrtsstraße TF-445 von Buenavista del Norte zum Punta de Teno ist in der Regel für den privaten Autoverkehr gesperrt. Als wir dort waren durften auch keine Fußgänger passieren. Ob es andere Wanderstrecken gibt, weiß ich leider nicht, aber kommentiert das doch gerne.

Punta de Teno
Der Teno Alto befindet sich an der westlichsten Spitze Teneriffas, in der Nähe von Buenavista del Norte und ist bis heute in Betrieb. Sein Vorgänger wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und der, den ihr heute seht wurde 1978 in Betrieb genommen. Er dient der Sicherheit der Schifffahrt und ist ein markantes Wahrzeichen der Region. Der Leuchtturm thront majestätisch auf einer felsigen Landzunge und bietet einen atemberaubenden Blick über den Atlantik bis hin zu den Nachbarinseln La Gomera und La Palma. Aus diesem Grund ist er inzwischen auch, wie wir erleben durften ein beliebter Instagram-Hotspot. In ihrer großen Begeisterung hätte mich eine junge Influencerin mittels ihres knallgelben Rucksacks, den sie sich schwungvoll über die Schulter warf, fast in die ewigen Jagdgründe bzw. in die Tiefen des Atlantiks befördert.
Das umliegende Naturschutzgebiet, der Parque Rural de Teno, ist ein wahres Paradies für Naturliebhaber und Wanderfreunde. Die zerklüftete Berglandschaft, die durch ins Meer fließende und erkaltete Lavaströme entstanden ist, bietet eine beeindruckende Kulisse für Wanderungen und Erkundungstouren

Die Region ist bekannt für ihre unberührte Natur, die von steilen Schluchten, die gigantischen Felsformationen. Punta de Teno ist nicht nur ein beliebtes Wanderziel, sondern auch bestens zum Baden und Schnorcheln geeignet. Die Naturbucht mit ihren Lavapools und dem glasklaren Wasser lädt zum Baden ein. Eine junge Familie traute sich mit Kleinkind, trotz des Badeverbots sogar ins Wasser, was ich persönlich unverantwortlich finde. Leider hatte wir viel zu wenig Zeit an diesem wunderschönen Ort.
Nützlich zu wissen, das Gebiet um den Leuchtturm von Punta de Teno ist ein Naturschutzgebiet, genauer gesagt, es ist Teil des Parque Rural de Teno (Naturpark Teno), dort gelten besondere Schutzmaßnahmen. Für uns Besucher bedeutet das es gibt weder ein Lokal noch einen Kiosk und auch keine Toiletten. Dafür war es aber auch der einzige Punkt der Insel, an dem ich kein einziges Fitzelchen weggeworfener Abfälle sehen konnte.









Es ist trotz der Länge der Fahrt (insgesamt ca. 2 Stunden plus 20 Minuten Wartezeit dazwischen) ein absolut lohnender Ausflug auch für Menschen, die sich im Norden der Insel befinden. Vom Süden ist es ja eh ein Katzensprung.
Mal wieder „Hi El Drago“
Ob meine Gäste wohl nicht brav waren? Wie schon als Monika mich besuchte, meinte Petrus alle Schleusen öffnen zu müssen. Ich schwöre dazwischen gab es nicht einen Regentag. Für uns bedeutete das kreativ sein und so wollte natürlich auch Gabriela den legendären Drachenbaum sehen. Da Petrus es an diesem Sonntag wirklich sehr gut mit der Natur meinte, beschränkten wir uns auf einen kurzen Besuch.





Wir hatten auch noch nette tierische Begegnungen an diesem Regentag


Was bitte, habe ich verbrochen?
Zur Belohnung, weil wir so tapfer durch Wind und Regen marschiert sind beschlossen, wir in einem sehr nett, wenn auch tourimäßig, aussehenden Lokal namens El Drago einzukehren. Wer mich nur ein bisschen besser kennt, weiß, ich hasse alle Produkte, die von der Ziege kommen. Egal, ob man es angeblich nicht schmeckt (ich schmecke es!) oder es ganz mild ist (ja, zum auf den Tisch ko***zen), ich kann es nicht essen und fange stand de pede an zu würgen. Und was passiert, vor meine Nase wird ein köstlich aussehendes Stück Kuchen gestellt, voller Vorfreude mache ich ein Foto und nehme ein en Bissen ‚ZIEGE‘!. Meine Freundin bestreitet das, während ich mit meinem guten Benehmen kämpfe. Zum Glück hat es gewonnen! Die herbei gerufene Serviererin bestätigt, es wurde pasteurisierte Ziegenmilch verwendet. Für mich absolut ekelhaft, Gabriela meinte es geht, dafür war der aufgerufene Preis für hiesige Verhältnisse hoch.



Die gut Woche mit Gabriela war viel zu schnell vorbei oder aber die Insel zu groß. Schon jetzt freue ich mich auf ihr Wiederkommen.
Fast ein Schlusswort
Alter schützt vor Torheit nicht
(lateinischen Sprichwort)
Mädels passt gut auf euch auf …🙏.
Am Samstag habe ich mit meiner Freundin Vera Spanisch gesprochen und ich bin echt schlecht und muss wohl ganz viel üben.
Fortsetzung folgt