Faltenfreie Seele reist durchs Leben, Reisen durch die Welt, Teneriffa - Aufbruch in ein neues Leben

Auswandern mit Ela (60plus), Teneriffa, Woche 23

Von schönen Sonnenuntergängen, ebensolchen Nägeln, einer neue. Besucherin, Santa Cruz, La Laguna und Flohmarktfieber

Neue Woche neues Glück oder auch nicht. Mein Laptop schwächet und stürzt während ich hier sitze, gefühlt alle 10 Minuten ab.  Mittel- oder gar kurzfristig werde ich wohl in die Neubeschaffung gehen müssen. Sehr ärgerlich, denn ich mag ihn.

Es ist, wie mit einer alten Liebe, man kennt und vertraut sich. Manchmal mühsam, ärgerlich, zum Haare raufen und ab und anl würde man ihn am liebsten kräftig durchschütteln. Und doch ganz tief drinnen weiß man,  für mich gibt es keinen besseren. Man kennt jeden Trick, jeden Griff. Weiß genau, wie man ihn zum Schnurren bringt und am Ende steht er treu zu mir.

Das ist die emotionale Seite, aber praktisch gesehen, hat man die Nase voll, keine Lust auf den zigsten Neustart. Backups und gutes Zureden kosten viel zu viele Nerven. Man träumt davon, mal wieder einen Blogpost einfach herunter zu schreiben oder eine Exeltabelle störungsfrei anzulegen.

Aber eines werde ich dieses Mal nicht tun, andere um Rat fragen, mir alles zerpflücken und einreden lassen, Funktionen zu wollen, von denen ich nicht mal wusste, dass sie existieren.

Von daher, kommt her, meine Testurteile.

In diesem Zusammenhang, kommt nur ein Zitat in Frage, oft und gerne von meinem Physiklehrer gebraucht, uns träger Masse, vor den Latz geknallt.

Die Tücke des Objekts, liegt in der Dummheit des Subjekts

(Herr Fischer, mein Physiklehrer in Klasse 11-13)

Du meine Güte, was bin ich ins Schwafeln gekommen, dabei wollte ich doch nur von meiner Woche erzählen.

Immer wieder Sonntags

Wie schon so oft begann dieser Sonntag mit einer Runde Canva basteln und anschließend einem herrlich entspannten Frühstück mit meinen Freunden Peer und Sonja.

Entspannung pur

Da ein wenig Me-Time  bekanntlich nie schadet, habe ich den Sonntag bewusst und voller Freude alleine verbracht. Mich ans Meer gesetzt, an den Posts und den Planungen für die neue Woche gebastelt. Wie z. Zt. sehr häufig gestaltete ich im Geiste meine neue Wohnung.

Kann Natur kitschig sein?

Die Markthalle von La Laguna war der erste Anlaufpunkt am Montag und endlich habe ich wieder meinen Canary Cocktail Mix (Nüsse und Trockenfrüchte für mein Müsli), das gibt es in Deutschland nicht, ich könnte mich reinlegen. Einen dicken Blumenstrauß habe ich mir gegönnt, sonst tut es ja keiner und ich kann mich jeden Tag daran freuen.

Am Nachmittag starteten wir einen Mädelstripp nach Bajamar und Punta del Hidalgo in der Hoffnug auf einen schönen Sonnenuntergang. Im Bajamar schloss sich uns Renate, die große Schwester von Vera an, eine spannende, super kluge und quirlige Frau. Sie lebt inzwischen über 50 Jahre hier, ist inzwischen Spanierin, kennt jede Ecke und jeden Winkel.  

Petrus war mit uns, dieser ganze Abend war unglaublich. Selten habe ich so einen schönen Sonnenuntergang gesehen. Eigentlich total kitschig, wie in einem schlechten und äußerst seichten Film. Es fehlte nur noch der schmachtende Anbeter uns so Füßen, der aber durch allmählich aufsteigende Kälte vertreten wurde.

Kann ein reines Naturspektakel überhaupt kitschig sein?

Genug der Philosophie! Wir sind in Punta del Hidalgo bis zum Leuchtturm gelaufen und  dann in eines der Lokale an der Promenade zu Tapas, Wein (para mi: Coke) und genüßlichem Kitsch gucken, eingekehrt.

Thema des Tages an Dienstag war: Ich hab die Nägel (wieder) schön. Endlich, mein letztes Nagelstudio hatte mich mich mit meinem abgebrochenen Nagel schmählicht im Stich gelassen. Da seht ihr mal, welch schwer wiegende Probleme mich hier begleiten. Aber nun ist Lady Ela wieder schnieke.

Der Herrin der Zeit

Außer Haushalt und Einkaufen hatte ich keine Pläne, aber wie das hier so ist, traf ich auf dem Weg zuerst einen Freund mit der Freundin einer Freundin, gerne hätte ich mit den beiden einen Cortado genossen. Leider fehlte jedoch die Zeit. Nach dem Termin, kaum aus der Tür raus, traf ich die nächste Bekannte, eine meiner Mitstreiterinnen beim Spanisch, aber nun reichte die Zeit für Käffchen und Austausch. Nur um wenig später über die nächste zu stoplern.

Nun stellt euch mal vor, in Deutschland zwei-/dreimal Kaffetrinken im Café, man ist Minimum 12-15€ los, hier kaum 5€. Auch das ist Lebensqualität und nun ich wieder bestens informiert.

Für mich mit das Beste am Pensionisten-Alltag? Ich bin die (Allein-)Herrscherin meiner Zeit. Das hier wirklich bisschen Haushalt erledigt sich nebenbei . An Blog und) oder (Möchtegern-) Buch arbeite ich meistens spät am Abend oder, wie heute, relativ früh am Morgen.

Zurück ins kalte Grau?

Manchmal macht mir der Gedanke an ein Leben in Berlin fast Angst, dort treffe ich manchmal tagelang fast ausschließlich Bones, Patrick Jane oder The Rockie. Vermutlich liegt das daran, dass die Stadt so riesig und es schwierig ist, jemanden zufällig zu treffen. Verabredungen sind ob der weiten Entfernungen ein bisschen kompliziert, die Menschen weit weniger entspannt.

Nicht falsch verstehen, denn ich bin jemand, der gerne allein ist, ich genieße Zeit für und mit mir gelegentlich sehr. Aber Deutschland ist auch so anstrengend, viele wollen beweisen, sie sind Frau und/oder Herr Wichtig.  Fast jeder scheint eine Fahne vor sich her zutragen, auf der steht, warum er/sie unglaublich wichtig, taff oder der geilste Sch***ß auf Erden ist. Das ist nicht meine Welt, ich mag Menschen, so wie sie sind, mit Fehlern und Macken, Ecken und Kanten.

Neuer Besuch aus Deutschland

Ein Flieger-Tag! Veras Freundin verabschiedete sich nach einer Woche.  Zum  Flughafen Süd fährt man von Puerto eine gute Stunde, zusammen lieferten wir sie dort ab. Um dann, auf dem Rückweg, am Flughafen Nord Gabriela, meine Freundin aus Belgien, die ich seit mehr als als 30 Jahren kenne, einzusammeln. Manchmal passt es einfach.

Ich weiß noch genau, wie ich damals in meinem neuen Referat mit lauter ‚alten Leuten‘ (ü50😉) auf eine weitere junge Frau, Gabriela, traf. Was war ich froh, fast zwangsläufig freundeten wir uns an und obwohl ich wenig später nach Oberstdorf und sie nach Belgien zog, hielten wir immer den Kontakt und sahen uns ab und an, jedoch immer nur kurz. Daher war ich auch ein wenig nervös.

Mir wird nachgesagt, nicht gerade das Schweigegelübte abgelegt zu haben, man könnte auch schnöde behaupten, ich rede viel. Daher ist es ziemlich cool, mal auf jemanden zu treffen, der einen locker vom Hocker, lässig in die Tasche steckt. Gabriela geht aus diesem Duell eindeutig als Siegerin hervor. Aber daneben ist sie auch ein wunderbar warmherziger Mensch und eine überaus kluge Frau.

Wir hatten und haben viel Spaß, direkt am ersten Abend schmausten wir, gemeinsam mit Vera, leckere Tapas und Vino im Con Passion in der Calle Iriate.

Spanisch vor

Jeden Donnerstag ist Spanisch, das Thema des Tages. Ganz wie früher, werden schnell noch die Hausaufgaben erledigt. Vor dem meistens 29-25 Minuten verspäteten Unterrichtsbeginn, der inzwischen einkalkuliert ist, treffen wir uns auf einen …, ja richtig, Cortado im Cafe nebenan. Unsere Profesora Vanessa ist einfach klasse. Ich wünschte, ich hätte als Kind mehr solcher Lehrer gehabt, denn hier freue ich mich immer auf den Unterricht.

Leider habe ich aber auch erfahren, dass meine Lehrerin für die wöchentliche Privatstunde aufhört, weil sie eine Festanstellung an einer staatlichen Schule bekommen hat. Das freut mich natürlich für sie, aber mir wird die Stunde fehlen. Von daher, falls jemand Jemanden kennt, der … Bitte melden!

Am Nachmittag gab es einmal mehr, Elas most famous Stadtführung durch Puerto, dieses Mal für Gabriela

Santa Cruz, Tramfahren und La Laguna und lauter geschlossene Museen

Eigentlich war ich am Freitag in Icod bzw. in Los Silos verabredet, aber dieses Treffen fiel buchstäblich ins Wasser. In der Nacht hatte es heftig geregnet und so sollte es lt. Wetterbericht auch weitergehen. Denkste! Schönster Sonnenschein begleitete uns durch den Tag. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

Gabriela und ich beschlossen, Regenwetter sei ideal für ein oder zwei Museen. Daher machten wir uns mit dem Bus 103 auf den Weg nach Santa Cruz. Am Busbahnhof wollten wir uns ein Taxi zum Museum der Schönen Künste nehmen. Aber dem Taxifahrer war die Fahrt wohl nicht weit genug, er wollte nicht. So begannen wir eine wahre Odysse um das Museum zu finden. Irgend etwas stimmte da nicht, wir liefen hin und her, her und hin. Kamen aber nicht an, bis wir bemerkten, wir meinten zwei verschiedene Museen. Als das klar war. gab es kein Problem mehr, na ja, bis auf die Tatsache, dass es geschlossen war. Ohne jeglichen Hinweis an der Tür, aber laut des, von einem mutigen Mann herausgeklopften Sicherheitsmitarbeiters, wegen des Karnevals-Umzugs, der vorbei geht. Nun gut. Ob dieser Umzug bis La Laguna geht? Denn auch dort standen wir vor geschlossenen Türen. Der Karneval ist wie im Rheinland allgegenwärtig und the MOST IMPORTEND THING!

Trotzdem haben wir einen super schönen Tag in zwei so schönen Städten.

Eine Insel, zwei Städte, Santa Cruz und La Laguna

Geendet hat die Woche wie an jedem ersten Samstag im Monat mit dem Flohmarkt an der anglikanischen Kirche und mit mir auf der Jagd nach Hübschigkeiten für meine neue Wohnung. Natürlich wurde ich fündig und darüber hinaus war es ein total schöner Tag mit gemeinsamen Kochen und abschließender Narretei.

Fortsetzung folgt

Ein Gedanke zu „Auswandern mit Ela (60plus), Teneriffa, Woche 23“

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