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TV-Detox – Ein Versuch

Wir sind in diesem Jahr sage und schreibe vier Wochen am Stück auf einer Urlaubsreise. Ich war vorher ziemlich ferig, war unkonzentriert, lesen ging nicht, ich konnte bestenfalls sehr seichte Hörbücher hören, fuhr schnell aus der Haut und heulte aus nichtigem Anlass.

Meine Entspannung, wenn ich nach der Arbeit zuhause war oder am Wochenende, gerade nicht mit der Pflege oder dem Haushalt zu tun hatte: exzessives Fernsehen, damit meine ich sowohl klassisches TV als auch Streaming. Bloß möglichst weder mit Tiefgang noch komplex. Dazu kam der Krieg in der Ukraine, der mich beunruhigte und meine Mutter als Kriegskind komplett fertig machte, sie sog die Informationen geradezu auf und noch dazu alle Talkshows. Dadurch wurde der Schlaf Mangelware und purer Luxus, weil 2-5 × pro Nacht der Ruf kam; „Mama (das bin ich), ich muss mal.“

Dringend musste etwas passieren und unser langer Urlaub bot sich dafür an.Wir nahmen uns vor, in diesen vier Wochen weder fernzusehen noch zu streamen und auch kein Radio zu hören.

In den ersten Tagen, ich gebe es zu, bin ich einmal umgefallen, merkte aber, dass es mich eigentlich nicht interessiert, ob Lieselotte beim Nacktshooting streikt oder ob nun Florian Silbereisen besser ist oder doch Dieter Bohlen.

Tatsächlich merkte ich, wie ich von Tag zu Tag ruhiger werde, nicht mehr das HB-Männchen spiele und auch nicht mehr versuche 2-3 Dinge gleichzeitig zu tun. Die Welt dreht sich immer noch und wir als Familie merken wieder, wie gut wir doch miteinander können. So einige Male haben wir schon gelacht, bis uns der Bauch wehtat, beispielsweise als sich Eka großzügig Salz in den Kaffee tat. Ihr hättet ihr Gesicht sehen sollen …

Ich kann wieder lesen, ohne an mein Handy zu denken, mich konzentrieren und alles mögliche klappt wieder gut. Mal sehen wie lange es anhält, wenn mein Alltag mich wieder hat.

Was meinst du, ist ein Detoxing nachhaltig❓️

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