2021-07__Sylt, Barrierefrei/Rolli geeignet, Passt der Ort?, Reiseberichte, Reisen

Im Juli auf Sylt, für uns ein echtes Abenteuer – Part III (Keitum)

Wir wagen es und fahren mit meiner Mum (87) im Rollstuhl und mit Pflegegrad auf DIE Insel

Die Tage vergingen wie im Fluge, es gab nicht das Bedürfnis viel zu tun, trotzdem war uns nie langweilig. Selbst wenn das Wetter nicht immer so schön war, hatten wir echt Schwein. In fast drei Wochen gab es kaum Regen. Aber keine Sorge, wir verbrachten unseren Urlaub nicht nur im Wien 😉. Es gibt noch andere Lokale, die wir sehr mögen.

Einer der schönsten Tage war der Geburtstag meiner Tochter. Bei uns gibt es nicht nur, wann immer möglich, eine Geburtstagsreise, nein, Geburtstage sind auch Wunschtage ❤️.

Zu Besuch im zauberhaftes Keitum

Josy wünschte sich Keitum, den vielleicht schönsten, gewiss aber grünsten Ort der Insel. Er liegt am Wattenmeer und das ist der Grund, aus dem es nicht unser Standort ist. Dazu lieben wir das offene Meer zu sehr, welches man in Keitum nicht findet.

Ansonsten scheint dieser Ort fast aus der Zeit gefallen. Herrlich grün, mit sehr alten liebevoll restaurierten Friesenhäusern, wundervollen Bauerngärten und außergewöhnlichen Lokalen. Wir bummelten ziellos durch den Ort, die viele Natur ist Balsam für uns Großstadtmenschen.

Das Altfriesische Haus (Heimatmuseum) mit den riesigen Wal-Zähnen am Gartentor, dass (Fumfact) als eine der Hochzeitslocations von Bundes Finanzminister Lindner diente, kannten wir schon. Einen Besuch ist sehr lohnend, es ist ein Eintauchen in das Leben derer, die vor dem ganzen Tourismus auf Sylt lebten.

Als wir uns so durch den Ort treiben ließen, stellten wir neben all der Schönheit fest, dass immer mehr der alten Häuser so sehr saniert wurden, dass viel von ihrem Charme verloren ging und die hyper gepflegten, aber unpersönlichen, langweiligen Gärten, taten mir fast weh. Vor gar nicht so langer Zeit waren hier noch verzauberte, üppige alte Bauerngärten. Man merkt leider auch hier, dass viele Häuser nur noch als Ferienimmobilien genutzt werden.

Wir waren an diesem Tag viel am Wattenmeer und haben entdeckt, dass (endlich) Nielsens Kaffeegarten wieder eröffnet ist. Der Umbau ist schön und richtig chic, aber eben auch beliebig und steril. Früher war der Kaffeegarten eines der Lokale, die noch einen Hauch der alten Kaffeehauskultur bewahrt hatten. Die Innenerinrichtung war nicht wirklich schön, ähmmm … ‚altdeutsch‘ (nicht, dass ich darauf stehe), viel schöner war der romanitsche alte Garten überm Wattenmeer. So sah es früher aus und wie auf diesen Fotos heute. Trotzdem eingestehen, wir hatten Herzhaftes und Süßes, alles hat gut geschmeckt und selbstverständlich ist nicht jede/r Nostalgiker:in.

Für alle, die sind wie ich gestrickt sind, ist ein Besuch in der Kleinen Teestube schon fast, Pflicht. Sie ist bezaubernd, sowohl innen als auch in dem total schönen, alten Garten. Der Tee schmeckt köstlich und man bekommt ihn echt friesisch, zudem sind die Waffeln und auch die Torten ein Gedicht. Wir hatten leider Pech und standen diesmal vor verschlossenen Türen. (Ruhetag Donnerstag).

Wir entdeckten bei diesem Besuch die Überreste des alten Meerwasserschwimmbades von 1969, das entstanden war, weil ein sich hier unglaublicherweise ein Elektronikunternehmen angesiedelt hatte, dass 600 Arbeiter:innen Brot und Arbeit geben wollte 😱. Das Bad, dass mit Meerwasser aus dem Watt gespeist wurde, war beliebt bei den Einheimischen und den Gästen. Trotzdem wurde es zu Beginn der 2000er Jahre zunehmend zum Verlustgeschäft und so schloss es im Jahr 2004, sollte aber eigentlich im Jahr 2007 nach aufwendiger Sanierung als Keitum Therme wieder eröffnen. Aber auch daraus wurde nichts, so dass 2019 der Abriss erfolgte. Seidem befindet sich auf dem Gelände die sogenannte Helhooge, eine wundesrchöne naturbelassene Wiese, die z.B. zum Picknicken einlädt. Wir haben alles gründlich erkundet, hatten aber noch keine Ahnung vom Hintergrund. Im Infokästchen verlinke ich den Link zur Chronologie.

Nachdem wir uns noch ein wenig über die Dekadenz des Eises für Hunde amüsiert hatten, die irgendwie süß, aber auch ein wenig skuril ist, wurde es langsam Zeit den Rückweg anzutreten.

Wir hatten wir noch ein leckeres Dinner vor uns auf das wir uns jetzt freuten. Wir brezelten uns ein wenig auf. Denn wir hatten einen Tisch im Bidtro Stadt Hamburg reserviert, ein Lokal das wir sehr schätzen, das Essen ist ausgesprochen lecker, die Bedienung ist reizend und für J. wird stehts etwas gezaubert, da sie zwar Vegetarierin ist, aber trotzdem nicht alle vegetarischen Gerichte liebt.

Zumindestens stehe ich hier vor dem Hotel Stadt Hamburg 😉

Was ich einmal mehr nicht habe sind die wunderbaren Food-Bilder, die eine ordentliche Influencerin einfach haben müsste, na, wie gut, dass ich nur Bloggerin bin …

Infos für Rollifahrer:innen und -schieber:innen

Das Wesentlich habe ich bereits im Text erwähnt, für alles weitere mache ich am Ende des Reiseberichts eine Infoseite, auch mit Adressen und Telefonnummern.

Nicht ganz einfach ist es mit dem Rollstuhl ans Wattenmeer zu kommen, auch das Kopfsteinpflaster ist schwierig, aber vor allem holprig zu befahre. Es gibt zwei öffentliche, behindertengerechte Toiletten, einmal nahe der Bushaltestelle, das andere in der Nähe des Museums Altfriessisches Haus.

Allgemeine Informationen

Auch bei diesem Bericht, wird es eine allegemeine Indoseite mit Hinweisen und Unterkunftsbewertung geben und natürlich die nützlichen Link.

Fortsetzung folgt …

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