Seit dem Frühling weiß ich, diesen Winter bin ich frei und ich gehe es an. Prima, ich weiß, ABER!
Man packt ja nicht eben mal den Koffer und sagt: „Tschüss, ich bin dann mal weg“. Könnte man, klar, aber dazu bin ich weder blauäugig noch abenteuerlustig genug. Bei mir hingegen galt es zahlreiche Fragen zu beantworten, wie: Wohin will ich? Welche Formalitäten muss ich erledigen? Will ich auf Dauer bleiben, auf Zeit oder schaue ich mal?Wie ist es mit meinem Medikamenten? Überhaupt mit der Krankenversicherung? Wie komme ich an eine Unterkunft? Was mache ich mit meiner Wohnung zuhause? Wie stemme ich das finanzielle? Wie sieht es mit der Sprache aus? Was mache ich mit meinem Ehrenamt/meinen Aktivitäten in Berlin?
Fragen über Fragen, dazu der Stress mit der Pensionierung. Immer wieder kam ich an einen Punkt, an dem ich mir dachte: Ela, lass es sein, das ist viel zu aufwendig, mach viele kleine Reisen, aber setz dich nicht diesem Chaos aus. Zum Glück war mein Bu***-Dick- schädel stärker und ich erkannte, so gute Voraussetzungen (dazu später mehr) werde ich ich so schnell nicht wieder vorfinden. Damit stand der Entschluss endgültig, was wiederum hieß: Ran an die Buletten, sprich: zu lösenden Probleme/Fragen. Wollen wir sie gemeinsam lösen/beantworten? Dann lasst uns beginnen.
Wohin will ich und für wie lange?
Der erste Teil der Frage bzw. deren Beantwortung stand im Grunde seit 1973 fest. Damals vor 51 Jahren, mit 12 Jahren, beschloss ich beim Blick in einen paradiesischen Garten, hier will ich irgendwann leben. Viele weitere Besuche und Jahre könnten daran nichts ändern. Nur die Entwicklung der letzen Monate gab mir ganz schön zu denken. Ich war (und bin) mir nicht sicher, ob und wie Willkommen ich sein werde. Andererseits weiß ich, Träume soll man leben und es würde mir vermutlich noch auf dem Sterbebett bedauern, würde ich nicht gehen.

Bei der Frage des ‚Wie lange bleibe ich?‘, setzte sich hingegen mein Sicherheitsdenken durch. Der längste Urlaub dort, waren vier Wochen gewesen, vor 50 Jahren. Leben ist was anderes. Zunächst dachte ich dann, ein Jahr wäre gut, aber dafür wären die bürokratischen Hürden schon erheblich gewesen. Zudem bin ich von keinem Job abhängig und kann doch erstmal schauen. Auf den Sommer war ich nicht so wirklich scharf, zu viele Touristen, zu viel Hitze, zu voll. Daher war auch diese Entscheidung nicht so schwer: Zunächst ein halbes Jahr, danach sehen wir weiter …
Fortsetzung folgt