Auswandern mit 60plus
Ich liebe das Gefühl im Dauerurlaub zu sein, trotzdem sollte ich es irgendwann abschalten. Sonst stehe ich hier in nicht allzu ferner Zukunft, mit Taschen, die vor Leere gähnen. Andererseits macht das Laissez-Faire viel Spaß. Du verstehst mein Dilemma?
Was macht man da? Leben und Leben lassen? Vernünftig sein und ein bisserl sparen? Schon immer wollte ich gerne die Schwäbin in mir wecken. Meine Vorsätze waren jederzeit die besten.
Der kleine Mann im Ohr

Wäre da nur nicht diese leise Stimme, die ständig flüstert: Urlaub, Urlaub, Urlaub. Na und? Ist doch schön, sagst du. Jaein! ABER, mit diesem Feeling will ich auch leben wie ein Touri. 2-3x täglich ins Cafe/Restaurant, mehrmals wöchentlich coole Ausflüge, hier und da eine Kleinigkeit (oder Großigkeit 😉) shoppen, … Du verstehst? Klingt gut, oder? Aber leider auch, irgendwann, unbezahlbar.
Wie in Berlin oder du in Bielefeld habe ich auch hier eigentlich ein monatliches Budget und es einzuhalten wäre schon nicht so schlecht. Packe ich das? Im Oktober eher weniger, denn, wie gesagt, mein Urlaubsmodus läuft.
Aber ab morgen, versuche ich mich zur Ordnung zu rufen und mir zu sagen: Das ist gerade dein Alltag, kein Urlaub. Was macht der kleine Mann (es kann nur ein Mann sein!), der in meinem Ohr wohnt? Er flüstert: „Lass die olle Ela mal reden, guck dich doch um, Alltag? Sonne, Palmen, Meer, von wegen, die spinnt doch! Wir (sie und ich) haben Urlaub!“ Der Kerl ist dermaßen frech und er manipulativ, verweist auf niedrigere Preise, auf Zufriedenheit und erzählt mir, alles wäre doch noch neu.
Es ist eindeutig, ich brauche mehr zu tun. Denn dann hätte ich weniger Zeit zum Geld ausgeben. Auch das ist gar nicht so einfach. Der Haushalt fällt, bedingt durch die minimalistische Ausstattung meiner Wohnung, kaum ins Gewicht. Das gelegentliche Kochen ebenso wenig. Gehört habe ich, dass es Menschen geben soll, die für sich so aufwendig kochen, wie für Gäste. Zu der Fraktion gehöre ich nicht. Länger als 30 Minuten bin ich nicht bereit für 10 Minuten Essen zu opfern.
Okay dieser Blog und meine Überarbeitungswut, fressen ein bisschen Zeit. Eigentlich schreibe ich meinen Krimi weiter, aber im Ausreden erfinden und procrastinieren, bin ich im Gegensatz zum Sparen, äußerst begabt. Du siehst, ich bin total unschuldig an meinem Urlaubsmodus.
Eine Bekannte, die schon länger hier lebt, habe ich nach dem Phänomen gefragt. Sie meinte, bei ihr habe es ca. zwei Jahre gedauert. Prima! Besser ich fange mal an, Reichtum zu manifestieren.
Mein Denkergebnis?
Ich habe beschlossen, morgen ist noch immer Zeit, dieses Problem zu lösen und heute lebe ich lieber meine beste Zeit.

Das bedeutet in etwa (Danke Vera!):
„Wir könnten etwas das letzte Mal tun, ohne es zu wissen.
Genießen, Umarmen, Küssen, Danke sagen und Entschuldigung, ich mag dich und ich liebe dich.“
(unbekannt)
Restaurant -Tipp
Tito’s Bodeguita
In dieses Restaurant hat mich eine Bekannte gebracht, die schon seit einigen Jahren hier lebt. Sie geriet regelrecht ins Schwärmen. Ich verstehe sie.
Das Tito’s ist ein Traum, ursprünglich mal ein Gutshaus mitten in Bananenplantagen, später ein Museum, heute Restaurant, Shop und Cocktaillounge hoch über Puerto de la Cruz mit einem fantastischen Blick auf den Atlantik. Die Preise sind absolut angemessen, aber es ist kein Restaurant für Sparfüchse. Aber eines für Genießer. Wir hatten drei Gänge, jeder war der reine Genuss, allein die Saucen, zum Niederknien. Wir haben uns die Gänge jeweils geteilt, trotzdem war es schon schwer, das Dessert noch zu bewältigen. Die Küche ist durchaus gehaltvoll und so guuuuuuuut.















Sachlichkeiten
Anschrift:
Camino del Durazno 65, 38400 Puerto de la Cruz, Santa Cruz de Teneriffa
Reservierungen: +34 647 933 433
Reservierungen: +34 922 08 94 36
Ein Gedanke zu „Urlaub oder Alltag? Das Leben auf Teneriffa verstehen & das Tito’s“