Die relevanten Links findet ihr unter dem Text.
In Barcelona spricht man Katalan, darum habe ich mich auch für die catalanische Schreibweise entschieden.
Das erste Mal in Barcelona war ich vor sage und schreibe 55 Jahren. Damals machten wir Urlaub an der Costa Brava und nach Barcelona fuhren wir mit dem Zug. Meine einzige Erinnerung daran ist der Besuch eines Stierkampfes. Man sollte meinen, wegen der Grausamkeit, aber nein, ich weiß nur noch, es gab nirgends eine Brause für mich, damals 9 Jahre alt.

2015 war ich nochmal in der Stadt, zum Grand Prix Finale der weltbesten Eiskunstläufer. Wir hatten ein Apartment in der Nähe des Strandes und haben tatsächlich nicht viel mehr gesehen als den Versanstaltungsort mit seiner Mehrzweckhalle, die Promenade und wir waren einmal in der Altstadt. Sehr geärgert habe ich mich, dass wir nicht in die Sagarda Familia, diese weltberühmte niemals fertiggestellte Kirche des Künstlers Gaudi, gekommen sind.

Nun also, mein dritter Besuch, dieses Mal von zu Hause (Teneriffa) aus. Meine Tochter in Berlin und ich hatten Bedarf Bedarf an Mutter-/Tochter-Zeit, leider hatte Josy nur den Samstag und die Pfingstage frei.
Für uns hieß das, wir mussten Flüge finden, an denen sie am Freitagabend hinfliegen und am Montag Nachmittag zurück kann. Das war gar nicht so einfach, die Flugverbindungen von Berlin könnten durchaus besser sein. Nach gründlicher Recherche blieben als Ziele: Mallorca und Barcelona. Wann wurden Flüge nach Mallorca eigentlich dermaßen teuer? Es blieb Barcelona. Schnell war klar, mehr als kleines Handgepäck würde nicht drin sein. Ein großes Handgepäckstück hätte einen Aufpreis von 130 € (!!!)gekostet.

Am Freitag vor Pfingsten machte ich mich auf den Weg, zunächst mit einem Shuttle zum Flughafen Teneriffa Nord und dann morgens um 7 Uhr mit einer Maschine der spanischen Fluggesellschaft Vueling nach Barcelona. Wirklich eine unchristliche Zeit zum fliegen. Ich war sooooo müde, denn mein Wecker hatte bereits um 3.30 Uhr geklingelt. Der Transfer war für 4.15 Uhr angekündigt. Also quälte ich mich aus meinem Bett und war pünktlich am Treffpunkt, wo ich tatsächlich schon erwartet wurde. Selbstverständlich war meine Laune strahlend, wie immer um diese Zeit 😉. Die Straßen waren um diese Zeit noch komplett leer, selbst der Flughafen schien noch zu schlafen. Exakt 2 Stunden vor dem Abflug war selbst die Sicherheitskontrolle noch komplett verriegelt und verrammelt. Es klappte jedoch alles ganz wunderbar und unser Flug startete über pünktlich.
Schlafen konnte ich trotz meiner Müdigkeit im Flugzeug nicht. Pünktlich landete ich um 11:20 Uhr Ortszeit in Barcelona. Der Flughafen ist wirklich riesig und ich landete fast am letzten Gate, von denen gibt es allein im B-Bereich 69. Nach der Landung bin ich gelaufen, gelaufen und gelaufen. Ca. 50 Minuten später (ein Stop am Gepäckband war ja nicht nötig) hatte ich endlich die Bushaltestelle für den Shuttlebus in die Innenstadt gefunden.


An dieser Stelle muss ich meine Tochter loben, die ein Hotel gefunden hatte, das absolut ideal lag. Das Occidential Barcelona 1929 ist quasi direkt am Plaça d’Espanya, lustigerweise neben der alten Stierkampfarena, die inzwischen ein schickes Einkaufszentrum beherbergt. Zwischenzeitlich gibt es bestimmt auch Brause (Limo) 😉.

Das Hotel war für uns eine 10 von 10. Es ist super sauber, sehr gepflegt und ansprechend gestaltet. Die Zimmer sind nicht groß, aber hübsch und zweckmäßig eingerichtet. Die regulierbare Klimaanlage funktioniert sehr gut und als besonderes Schmankerl befindet sich auf dem Dach ein kleiner Pool (eher zum Abkühlen als zum Schwimmen) mit Sonnenterrasse, Badehandtüchern und bequemen Liegen sowie eine Rooftopbar. Beides haben wir ausprobiert und für gut befunden. Im Untergeschoss gibt es noch einen relativ gut eingerichtetes Gym, dass wir nicht ausprobiert haben. Wenn ich etwas aussetzen müsste, wären es die fehlenden Ablagemöglichkeiten im Zimmer und vor allem im Bad, wo es auch nicht einen Haken gibt. Auch das Frühstück stellte sich am nächsten Morgen als wirklich gut und reichhaltig heraus heraus. Besonders gut hat uns gefallen, dass wir auf der Terrasse frühstücken konnten.












Vom Hotel aus konnte man die verschiedenen Verkehrsmittel, super schnell und super gut erreichen. Eine Metro- Linie (U-Bahn) befindet sich direkt vor der Tür. Es fahren mehrere Busse. Der Aerobus hält quasi vor der Tür und zum nächstgelegenen Bahnhof Santa mit weiteren Metro Linien läuft man ca. 15 Minuten. Das Personal, dem ich begegnet bin, war ausgesprochen, freundlich und hilfsbereit.
Aber zurück zu meinem Anreisetag, meine Tochter würde erst in der Nacht anreisen und so hatte ich den restlichen Tag für mich. In öffentlichen Verkehrsmitteln verirre ich mich gerne mal (siehe Bericht Alicante), darum fahndete ich nach einer fußläufigen Sehenswürdigkeit. Perfekt, dafür, der Poble Espanyol. Zu Fuß war ich ca. 20 Minuten unterwegs, man kann aber auch den Bus nehmen. (Linie 50 ), weil es ganz schön bergauf geht. Der Poble Espanyol, Spanien im Kleinformat, wurde im Jahr 1929, anlässlich der Weltausstellung gebaut. Nach deren Ende sollte er eigentlich wieder demontiert werden, aber da er so gut bei den Menschen ankam, hat er noch immer Bestand und die beiden Riesen vor dem Eingang begrüßen uns bis heute. Anders als im Miniaturwunderland in Hamburg, haben die Häuser Originalgröße.

Es wurden Bauwerke (die man an ihren Ursprungsort abgetragen und in Barcelona wieder aufgebaut hat), Restaurants, Geschäfte und ganze Straßenzüge, landschaftliche Merkmale aus den Regionen des Landes aufgebaut. Für nur 13,50€ Eintritt kann man eine faszinierende Spanien Rundreise machen. Einige interessante Museen gibt es auch, hervorzuheben das Museu Fran Daurel für zeitgenössische Kunst mit Werken von Pablo Picasso, Salvador Dalí und Joan Miró. Der Besuch ist im Ticketpreis für das Pable Espanyol inbegriffen. Im Skulpturengarten verschmelzen, Kunst und Natur zu einer symbiotischen Einheit. Darüber hinaus gibt es auch noch viele Events sowie musikalische Darbietungen, die alle im Ticketpreis inbegriffen sind. Bei all dem kommen auch die Schönheit der Landschaft und das leibliche Wohl nicht zu kurz. Ganze 5 Stunden habe ich im Pable Espanyol verbracht, mich nicht eine Minute gelangweilt und hätte locker noch etliche Stunden dort bleiben können.

























Leider protestierten gegen 20 Uhr meine Füße lautstark und ich konnte einfach nicht mehr. Nach fast 20.000 Schritten (Okay Franz, du schaffst viel mehr, Bravo!) machte ich mich auf den Weg zurück zum Hotel. Eigentlich hatte ich noch Essengehen wollen, aber dazu war ich zu kaputt und wäre wahrscheinlich am Tisch eingeschlafen. Stattdessen bin ich im Arena (Einkaufszentrum in der Stierkampfarena) noch kurz in den Mercadona, habe mir Käse, Obst und Brot gekauft und war glücklich, als ich auf meinem Bett lag.

Nachts um 1.30 Uhr klopfte dann meine „Kleine“ an und ein weiterer wunderschöner Tag sollte folgen.
Sachlichkeiten
📌Fortsetzung folgt…