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Unter Canarios: Von El Pris an den Playa de la Arena- Ela wandert aus mit 60plus

Wieder ein neuer Ort für mich, auf seine ganz eigene Art genauso schön wie El Sauzal, aber doch ganz anders. Der eine idyllisch und romantisch, mit vielen wunderschönen Villen und Gärten. Der andere, El Pris, hingegen ist ein uriges, eher herb anmutendes Fischerdorf. Erstaunlicherweise sind beide quasi Nachbarn.

El Pris

„Betrachte die ganze Natur, wovon du nur ein winziges Stücklein bist, und das ganze Zeitmaß von welchem nur ein kurzer und kleiner Abschnitt dir zugewiesen ist, und das Schicksal, wovon das deinige nur ein Bruchteil bildet.“

(Mark Aurel)

Der Weg ist das Ziel

In den Sachlichkeiten beschreibe ich, wie du mit dem Linienbus nach El Pris kommst, aber ich war heute mit zwei sehr netten Frauen aus meinem Spanischkurs mit dem Auto unterwegs. Die Straßen hier sind ganz schön kurvig, doch unsere Fahrerin stammt aus Tirol, von daher für sie kein Problem. Die Fahrt bietet tolle Ausblicke, es gibt viel zu sehen: Berge, Felsformationen, exotische Pflanzen, unendliche Bananenfelder und immer wieder den Atlantik. In El Pris haben wir das Auto direkt  auf dem Parkplatz am Ortseingang abgestellt.

Im Hintergrund der Teide

Schon dort hätte ich mich stundenlang umsehen und fotografieren können, die Aussicht, auch auf Papa Teide, ist phänomenal. Wir sind dann jedoch am Hafen entlang, an den drei Fischrestaurants vorbei, die sich laut I. mit dem Öffnen abwechseln. Heute ist das mittlere dran und obwohl es ein ganz normaler Dienstag ist, schon gut besucht. Das Dorf zieht sich schmucklos und eher karg den am Hang hinauf, es hat einen ganz eigenen rauhen Charme. An vielen der Häuser hängt ein Vv-Schild, dort kann man für die Ferien Zimmer und/oder Wohnungen staatlich zertifiziert mieten. Auf einer kleinen vorgelagerten Halbinsel befinden sich weitere Häuser und eine kleine Reede mit bunten Fischerbooten.

Wenn man das Ortsende (siehe Foto) erreicht hat, gelangt man über eine Treppe auf einen wunderschönen Küstenweg, wo es immer auf- und abwärts geht, der aber nicht sonderlich schwer zu gehen ist. Mit einer Mobilitätseinschränkung aber bestimmt schwierig. Etwas trickig sind die unregelmäßigen glatten und halbrunden Steine, wo man wahnsinnig leicht umknickt. Ich würde dringend Wanderschuhe oder gute Sneaker empfehlen. So schlau war ich leider nicht und hatte meine Laufsandalen an. Zum einen musste ich echt höllisch aufpassen und zum anderen mussten meine Begleiterinnen ständig auf mich warten, weil ich noch langsamer war, als eh schon. Entschädigt wurden wir durch traumhafte Ausblicke auf den Atlantik, vorgelagerte Felsformationen aus Lavastein und auch auf echte Wohnhöhlen. Die gibt es auf den Kanaren noch immer, in gar nicht mal so geringer Zahl. Als Kind war ich mal in einer und fand sie ganz gemütlich.

Mesa del Mar

Als Zwischenziel erreichten wir Mesa del Mar, dort gibt es ein wunderschönes Natur-Schwimmbecken. Bei uns war gerade Flut und die Brandung war so stark, dass man die rote Flagge gehisst hatte. Leider hat man in den 70iger Jahren ziemlich häßliche Betonbunker (Appartementhäuser) genau hier an die Küste gebaut.  Wenn man die allerdings passiert hat (hinten raumgehen) gelangt man an den bei Touristen recht unbekannten schwarzen Strand.

Paya de la Arena

Dieser ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Strand bei Buenavista del Norte. Beide haben jedoch die blaue Flagge der EU gemeinsam.

Der Strand liegt in einer schönen grünen Bucht,  wochentags räkeln sich lediglich ein paar Canarios im Sand, es gibt jede Menge Platz, aber keine Liegen und Sonnenschirme. Die Brandung ist im Gegensatz zu vielen anderen Stränden keine große Herausforderung und die Toiletten und Duschen sind sauber. Rettungsschwimmer sind allerdings nur bis Ende September vor Ort, also gut aufpassen! Es gibt fiese Strömungen und versteckte Felsen im Wasser. Die Temperatur des Wassers war angenehm und man kann, so man durch die Brandung kommt, gut schwimmen.

Nach zwei entspannten Stunden an diesem schönen Strand machten wir uns auf den Rückweg um in einem der Lokale in El Pris einzukehren.

Alles was wir hatten (die ziemlich lustige Geschichte meiner Bestellung findest du hier) hat ausgezeichnet geschmeckt. Mein Fisch in Salzkruste gegart, war super frisch, genau wie der große gemischte Salat, die Kartoffeln dazu waren exzellent. M. hatte gebacken Käse mit Preiselbeeren, der Käse hatte eindeutig nie einen Supermarkt gesehen und war zum niederknien. I. hatte Muscheln, sie fand sie ebenfalls extrem lecker, ich persönlich mag keine Meeresfrüchte, glaube ihr aber. Die Preise waren sehr gut, alles zusammen für uns drei hat mit Getränken (2 pro Kopf) und Kaffee hinterher, 46€ gekostet.

Danach sind wir dann etwas müde, aber sehr zufrieden zurück zum Auto.

Sachlichkeiten – Hinkommen & Verweilen

Meine BegleiterInnen meinten, nach El Pris kommt man nicht mit dem Bus, aber das konnte ich nicht glauben. Denn es gibt wirklich wenige Orte auf Teneriffa die nicht mit dem Bus zu erreichen sind.
Ich hatte recht, auch hier fährst du am besten, wie nach El Sauzal, mit der Linie 30 (entweder vom Busbahnhof oder von El Risco (alternativ: Tucan, La Paz, Puente de Botanico) Richtung Flughafen Nord bis Tacoronte. Dort steigst du um in die Linie 23 und fährst 25(!!!) Haltestellen und 26 Minuten bis El Pris.
Dort findest du den Weg (am besten festes Schuhwerk tragen!) am Wasser entlang bis zur Playa de la Arena. Es gibt saubere Toiletten und Duschen und bis Ende September auch Rettungsschwimmer.  Traumhafte Fotostops findet man überall und man kann in El Pris wunderbar in einem der Fischlokale einkehren, dort bekommt man super frischen Fisch.

Fortsetzung folgt …

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