In der letzten Woche war ich ein wenig außer Gefecht gesetzt – mein Magen hatte beschlossen, eine kleine Solo-Show aufzuführen. Entsprechend wenig spektakulär war mein Alltag. Über das Fischrestaurant in Tajao und das Café Paraíso habe ich euch ja schon auf Facebook berichtet. Und weil niemand Dopplungen mag, dachte ich mir: Heute erzähle ich euch einfach mal wieder aus meinem ganz normalen Leben hier auf Teneriffa.

Warum Wiederkommen manchmal schwerer ist als Weggehen
Dass das wieder Einleben nach fast einem Jahr nicht ganz einfach war, könnt ihr euch vorstellen. Es war ja nicht irgendein Jahr – es war eines der härtesten, herausforderndsten meines Lebens. Ich bin mir sicher, es hat mich verändert. Innen wie außen.
„Zurückkommen ist leicht. Sich selbst wiederfinden – das braucht Sonne, Meer und eine Prise Selbstironie.“ (unbekannt)
Natürlich habe ich mich gefreut, zurückzukommen. Gleichzeitig hatte ich Angst, war total unsicher. Denn in Deutschland sind mein altes Zuhause und vor allem meine Tochter – meine beste Freundin, mein sicherer Hafen. Bei ihr fühlte ich mich sicher. Trotzdem wusste ich, diesen Gefühlen darf ich nicht nachgeben und schon gar nicht an sie klammern. Ich musste wieder loslassen zu unserer beider Wohl.

Ankommen mit Zwischenstopp und guter Vorbereitung
Also tat ich es irgendwann einfach. Ich buchte einen Flug. Wobei „einfach“ vielleicht das falsche Wort ist. Ich habe vorher wirklich alles versucht, um mir selbst eine Ausrede zu basteln. Ich stopfte meinen Kalender mit Terminen voll, damit ich sagen konnte: „Oh nein, schade, ich kann wirklich nicht fliegen, noch nicht.“ Aber das Schicksal hatte Humor – ich schaffte tatsächlich alle Termine und saß am Ende pünktlich im Flieger nach Teneriffa, mit Zwischenstopp in Alicante (mehr dazu hier).
Am Flughafen Teneriffa Nord wartete meine Freundin Vera auf mich. Und plötzlich war ich richtig glücklich, dass ich mich getraut hatte. Vera hatte sogar für mich eingekauft und meine Vermieterin hatte meine Wohnung in Schuss gehalten. Was für tolle Menschen habe ich eigentlich um mich?
Die ersten Tage tastete ich mich vorsichtig wieder an das Leben hier heran. Aber wir Menschen sind Gewohnheitstiere – und schneller als gedacht fühlte ich mich wieder zu Hause.










Spanisch gelernt im Schlaf?
Was mich wirklich verblüfft hat: Mein Spanisch war besser als vor meiner Abreise. Warum? Keine Ahnung. Ich habe nicht eine einzige Vokabel gelernt. Vielleicht hat mein Gehirn heimlich geübt, während ich geschlafen habe? 😉
Darf ich trotzdem ein bisschen stolz sein? Ich kann inzwischen nämlich kleine Unterhaltungen auf Spanisch führen. Termine machen, im Nagelstudio sagen, was ich möchte, beim Einkaufen erklären, was ich suche und im Fernsehen ein paar Sätze verstehen. Für mich ist das ein echter Fortschritt.
Schwieriger als das Einleben war tatsächlich die Einstellung meiner Medikamente, mein Magen mochte sie nicht so besonders. Aber irgendwann klappte auch das.
Freundschaften, die bleiben – und die, die gehen dürfen
Was mich unglaublich gefreut hat: Die meisten meiner Freunde hier sind mir geblieben. Ein paar wenige haben Abstand genommen, aber da denke ich mir: „Gut, dann eben nicht.“ Manchmal sortiert das Leben für einen aus.
Ein Alltag, der sich wieder richtig anfühlt
Es tut mir gut, hier zu sein. Warum auch immer fühlt sich alles, was mit Krankheit zu tun hat, weit weg an. Inzwischen habe ich wieder einen ganz normalen Alltag. Ich mache fleißig meinen Sport, habe meine Ernährung ein bisschen angepasst und bin dankbar, dass ich das Privileg habe, hier leben zu dürfen. Wenn ich abends auf der Terrasse sitze, in der Ferne das Meer und das Leben rauscht, dann wird mir klar, wie weit ich gekommen bin. Nicht nur geografisch. Ich schaue in den Sternenhimmel und spüre Dankbarkeit und das Gefühl von „Ich bin wieder da“. Vielleicht nicht ganz die Alte – aber genau die, die ich jetzt sein möchte.
Ich frage mich sieht man einen Unterschied?

Nun brauche ich neue Rezepte, muss Termine erledigen und am wichtigsten, meine Tochter hat Geburtstag. Deshalb fliege ich nach Deutschland und mache im Juli eine kleine Blogpause. Ich melde mich dann im August wieder und wünsche euch einen wunderbaren Monat.
📌 Fortsetzung folgt