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Hola Mallorca, Cala Millor soll barrierefrei sein! Part II – Es geht los! …

Wir werden mutiger und fahren mit meiner Mum (87) im Rollstuhl und mit Pflegegrad auf die Lieblingsinsel der Deutschen, Mallorca

Endlich war alles vorbereitet, der Assistenzdienst gebucht, genau wie den Taxitransfer vom Flughafen und das Hotel. Es konnte also (endlich) losgehen. Wir waren mächtig aufgeregt. Taten wir das Richtige? Wie würde Eka den Flug verkraften?

Am 11. September war es soweit. Ja, es war ein komisches Datum zum Fliegen. So richtig wohl war uns nicht, die Bilder im Kopf waren hartnäckig. Eka und ich dachten, wie eigentlich schon bei unserer ersten Flugreise 1969: ‚Wenn etwas passieren muss, bitte erst auf dem Rückflug‘. Nun, es ist nichts passiert, das habt ihr nun davon und ich darf heute fröhlich für euch schreiben.

Das erste Mal BER ✈️

Als wir auf dem Flughafen, zum ersten Mal dem BER, angekommen waren, klappte alles, entgegen anderslautender düsterer Prognosen, gut und pünktlich. Das wichtigste – wie immer – der Assistenzdienst, der dafür sorgen sollte, dass Eka sicher in den Flieger gelang. Der Mann der dafür zuständig war, lotste uns drei, in Windeseile durch die Sicherheitskontrolle und erinnerte uns sogar noch daran, Wasser (0,5 Liter für 1€) zu kaufen, damit meine Mum nicht verdurstet. Wir hatten dann noch ganz viel Zeit am Gate und konnten unserer Lieblings-Beschäftigung ‚Leute gucken‘ nachgehen.

Am Flug mit Eurowings gab es nichts zu meckern, das Wetter und die Sicht waren gut. Etwas – das hat aber nichts mit der jeweiligen Fluggesellschafft zu tun – habe ich immer zu beanstanden. Warum müssen Menschen mit Behinderung immer, egal wie, ans Fenster krabbeln? Ich weiß Sicherheit blablabla. Zum anderen müssen sie als erstes einsteigen und bis ganz zum Schluss sitzen bleiben. Blasenfreundlich geht anders, zumal zumindest meine Mum kaum die Möglichkeit zu einem Toilettenbesuch hatte. Zum Glück war es ja ein kurzer Flug und selbst zu wenig zu trinken kann mal von Vorteil sein da Eka.

Erstmal ankommen

Am Flughafen wartete schon der sehr freundliche Fahrer eines barrierefreien Taxis auf uns, der uns schnell (eine gute Stunde) und sicher nach Calla Millor und ins Hotel brachte. Wir waren erstmal rein optisch sehr angetan, Einfahrt und Halle machten einen guten Eindruck. Auch an der Rezeption waren alle sehr nett.

Der Mallorca Zauber wirkt schon

Wer kennts‘? Diese ganz besondere Magie, die Mallorca besitzt. Kaum hat man einen Fuß auf die Insel gesetzt, schon entfaltet sie sich: Die Alltagssorgen schrumpfen, das Wohlbefinden steigt, man hat ein glückseeliges Grinsen im Gesicht, das Gefühl Bäume ausreißen zu können. Man denkt sich so:

JAAAAAAA❣️❣️❣️

Barrierefreies Zimmer 😂

Unser Zimmer! Vielleicht, weil bisher alles so reibungslos gelaufen war, haben wir damit nicht gerechnet. Das von uns gebuchte Dreibettzimmer war eher eine Hundehütte mit großer Terrasse. Blöd nur, dass es eine Schwelle zur Terrasse gab, die somit für Eka unerreichbar war. Für mich wurde sie zum Makeup-Studio, das Licht war super. Das Zimmer hingegen von der mangelnden Barrierefreiheit abgesehen, bestenfalls zweckmäßig.

Die Terrasse war schön groß

Das Zimmer führte die Bezeichnung ‚barrierefrei ad Absurdum, denn ein Rollstuhl passte nicht hinein, nicht mal unser kleiner Faltrollstuhl. Wie gut, dass Eka noch ein paar Schritte laufen konnte. Bis heute begreife ich nicht, warum nieman gesagt hat: „Das wird zu dritt aber sehr eng, denn dann hätten wir ein Zweites zugebucht. Nun gut, wir begannen nicht zu bellen, sondern arrangierten uns. Fast schlimmer war die fehlende Toilettensitzerhöhung und die beiden Haltegriffe. Alleine Aufstehen war nicht.

Beichte

Ich bin wirklich eine schlechte Reisebloggerin, einmal mehr habe ich es versäumt ausführlich im Hotel zu fotografieren.

Außen Hui

Ansonsten passte alles, die Außenanlage war sehr schön und es gab sogar einen Lifter in den Pool. Zum Strand mussten wir nur eunmal über die Straße und die Promenade. Das Essen und der Service im Restaurant waren gut, wir bekamen einen Tisch für die gesamten 14 Tage zugewiesen, was sehr angenehm war.

📌 Nun genug für heute. Später machten wir uns noch auf die Umgebung zu erkunden, aber davon berichte ich in Part 3 😁

Infos für Rollifahrer:innen und -schieber:innen

Das Wesentlich habe ich bereits im Text erwähnt, für alles weitere mache ich am Ende des Reiseberichts eine Infoseite, auch mit Adressen und Telefonnummern.

Zwei Tipps habe ich aber noch:

  • Schaut euch die Hotelwebsite und die Fotos der barrierefreien/-armen Zimmer genau an. Fragt nach (Größe, Einrichtung, vorhandene Hilfsmittel)
  • In Spanien kann man mit einer ganz normalen Taxirufnummer auch barrierefreie Taxis rufen. Sie kosten nicht mehr und man muss sie nicht voranmelden, es funktioniert auch spontan. Es kann mal 10 Minuten länger dauern, aber bei uns hat es immer genlappt.

Ein Gedanke zu „Hola Mallorca, Cala Millor soll barrierefrei sein! Part II – Es geht los! …“

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