Die anderen kanarischen Inseln, La Gomera - ein Tagesausflug, Reisen durch die Welt, Teneriffa - Aufbruch in ein neues Leben

Hola La Gomera – Tagesausflug auf die Nachbarinsel

Einen Tag nach La Gomera und das auch noch mit einem organisierten Busausflug. „Das lohnt doch nicht! Viel zu teuer! Das ist doch super anstrengend!“ Aber auch „“Ja mach das, das wird toll“. Das waren die Reaktionen der Menschen, als ich von meinem Plan erzählte, einen Tagesausflug nach La Gomera zu machen.

Die kleine Schwester von Teneriffa La Gomera

Mein Plan war gefasst, ich studierte die Angebote verschiedener Reisebüros, online und analog. Meine Wahl fiel schließlich das Büro Tourist-Information. Die Adresse ist unter dem Foto. Eine Website scheint es nicht zu geben) mit dem ich in der Vergangenheit bereits gute Erfahrungen gemacht hatte. Den Ausflug zum Teide hatte ich ebenfalls hier gebucht. Hier stimmt meiner Meinung nach das Preis-/Leistungsverhältnis. Die Beschreibung klang gut durchdacht. Nur das frühe Aufstehen, soviel war klar, würde mir Nachteule zu schaffen machen, um 6.30 Uhr sollte es losgehen. Bezahlt hatte ich für den Ausflug inklusive Mittagessen und Überfahrt 105€. Wenn man bedenkt das ein Tag im Loro Parque bereits 44 € kostet, finde ich den Preis total in Ordnung. Den Ausflug habe ich voll bezahlt und bekomme wegen dieses Posts keinerlei Vorteile.

Die Tourist-Information
Die Tourist-Information in der Calle Quintana 7, Puerto de la Cruz, Tel. 922368142

Pünktlicher geht es nicht

Ich tauchte am Dienstag um 6.25 Uhr am Treffpunkt auf. Da lief unsere Reiseleiterin für diesen Tag, Corinna schon aufgeregt herum um nach mir zu suchen. Von wegen unpünktliche Spanier! Anschließend kurvten wir noch ein wenig durch Puerto um weitere Gäste einzusammeln. Insgesamt waren wir eine kleine Truppe, ich glaube 19, Spanier*innen und Deutsche. Das fand ich schon mal gut, da man sich die Ausführungen auch nur in diesen beiden Sprachen anhören musste.

Unser Katamaran von Los Christianos (ganz im Süden der Insel Teneriffa) erreichten wir gegen 8.30 Uhr. Das Schiff sollte um 9.30 Uhr ablegen. Vor ganz, ganz vielen Jahren (knapp 50) habe ich schon mal eine Bootstour nach La Gomera gemacht. Damals war das noch so ein Holzboot, wie sie heute für die sogenannten Piratentouren genutzt werden.

Der Katamaran
Unsere Fähre

Aber jetzt lag da eine richtig große und komfortable Fähre der Firma Fred Olsen Express. Sie legte fast pünktlich ab. Um 10.30 Uhr erreichten wir den Hafen von San Sebastian, einem Ort ganz im Süden der Schwesterninsel. Die Landschaft wirkte ziemlich karg und die Kulisse hatte etwas majestätisches. Das erstaunt mich etwas, denn von meinem ersten Ausflug nach La Gomera habe ich nur in Erinnerung, dass

  • meine Mama sehr seekrank war,
  • der Reiseleiter sagte, die Insel sei so kurvig wie Sophia Loren (eine einst sehr berühmte Italienische Schauspielerin)
  • und daran, dass sie total grün ist.

Sollte mich mein Hirn wirklich so täuschen?

La Gomera ist anders

Da wir nur so wenige waren, reichte ein kleiner Bus für uns

Der Reisebus
Unser Bus

Wir nahmen die Nord-Autobahn (na ja) und schon bald sollte sich das Rätsel lösen. Sobald wir einen 500m langen Tunnel durchquert hatten, waren wir mitten in jeder Menge Grün. Bis zur Mittagspause hielten wir an etlichen wunderschönen Aussichtspunkten, die uns einen guten Überblick über die Vielfalt der Insel boten. Natürlich hatten wir an diesem einen Tag nicht die Möglichkeit mehrere Orte zu erkunden. Mich hätte beispielsweise Valle Gran Rey, der touristische Hauptort. Aber die paar Stunden sind halt nicht genug.

Mittagspause im hübschen Nirgendwo

Unsere Mittagspause machten wir in einem wunderschön – allerdings mitten im Nichts -gelegenen Restaurant. Es war offensichtlich ausschließlich auf Bustouristen ausgelegt.

Das Essen auf einer Skala von 1-10, für mich eine schwache Fünf, aber ich bin auch eine sehr mäkelige Esserin. Die Suppe war heiß, das Fleischgericht okay. Das Dessert war eine schlecht gemachte Creme Katalan mit einem Eis aus dem Plastikbecher. Aber diese Nachspeise wurde uns als Inseltypisch angepriesen. Als mein Gegenüber am Tisch dann noch ein grünes Gummiband in der Suppe fand, war ich dann auch gesättigt. Allerdings schmeckte der Vino Tinto meinen Mitreisenden richtig gut, vom Essen behauptete aber keine*r, es sein lecker gewesen.

Ich habe vergessen zu fotografieren, also hat KI dieses Bild generiert

Dem Essen schloss sich noch eine sehr kleine Vorführung der Pfeifsprache der Insel an. Die Akteurin war eine der Kellnerinnen (oder die Wirtin?). Aber auch diese konnte mich nicht wirklich vom Hocker reißen. Mit dieser Sprache haben sich frühere Inselbewohner mangels Telefon von Schlucht zu Schlucht orientiert.

Hier setzt auch meine im Grunde einzige Kritik und zugleich Anregung an der Veranstalter an:

Warum legt man die Mittagspause nicht an einen interessanten Ort? Wo die Gäste auch die Möglichkeit haben, entweder ihr mitgebrachtes Essen zu sich zu nehmen. Oder aber sich einen kleinen Snack zu kaufen. Dann hätten sie Zeit sich am Ort umzusehen. Das Essen sollte dann natürlich auch nicht inkludiert werden. Denn so war die Zeit für eigene Erkundungen wirklich sehr begrenzt.

Die Grüne Lunge

„Wenn man tief genug in die Natur blickt, dann kann man alles besser verstehen.“ – Albert Einstein

Nach der Mittagspause ging weiter in Richtung Inselmitte. In die sogenannte grüne Lunge von La Gomera. Einem einzigartiger Urwald aus Lorbeer und Heidekraut, das aussieht wie Bäume bildet. Hier zu wandern muss wunderschön sein, zumal das Klima hier super angenehm ist. Im vorletzten und Anfang des letzten Jahrhunderts wurden,, wegen des angeblich besten Klimas der Welt, auch viele Lungenkranke hergeschickt.

Eine Mini-Wanderung in dieser grünen Oase erzählte vom unendlichen Kreislauf der Natur. Von der Relativität der Zeit. Nun nahmen wir die Süd-Autobahn, wo wir auch noch an einigen Aussichtspunkten hielten.

Dieser Ausflug hat sich mehr als gelohnt

Schon bald wechselte die Landschaft wieder zu Kargheit, einzelnen Palmen, Kakteen, aber auch zu einer gewissen Erhabenheit.

Columbus war auch hier – wegen der Liebe oder des Wassers?

Unser Ziel war wieder San Sebastian de la Gomera, die Inselhauptstadt. Dort erzählte uns Corinna noch ein wenig von Kolumbus. Er legte auf drei seiner vier Fahrten mit dem Ziel neue Welt, einen Stopp auf La Gomera ein.

Unsere Reise-Leiterin in Action und Columbus wundert sich. Im Hintergrund rechts das Brunnenhaus

In der Literatur wird teilweise vermutet, er sein in eine Inselschönheit verliebt gewesen. Viele seriöse Wissenschaftler vermuten hingegen, dass Trinkwasser aus einem Brunnen in San Sebastian sei schuld gewesen. Es ist es a) Trinkwasser war, aber b) hat aber auch genug Salzgehalt. Es würde ihn und seine Mannschaft auf der langen Reise versorgen.

Sa Sebastian de la Gomera, klein schnuckelig und voller Kunst

Mir hat San Sebastian richtig gut gefallen. Es ist eine kleine Stadt mit nur 8.000 Einwohnern (La Gomera insgesamt 22.000). Man findet schöne typisch kanarische Häuser, aber auch einige richtig prachtvolle Bauten des späten 19. Jahrhunderts. Auch die kleine Kirche ist sehenswert. Entlang der Haupteinkaufsstraße befinden sich hübsche Läden, von den viele sehr schönes Kunsthandwerk anbieten, aber natürlich auch Cafes und Bars. Der Plazza America verbindet die Stadt und den Hafen und auch dort sind noch etliche Restaurants, aber auch schattenspendende Bäume.

Bis 17.30 Uhr mussten wir wieder an Bord der Fähre sein. Eine gute Stunde blieb zur Erkundung des Städtchens.

Die Rückfahrt war wieder sehr ruhig. Heute wäre auch meine Mama nicht seekrank geworden. Auch die Busfahrt nach Puerto blieb ohne Zwischenfälle und dann hatte ich das Glück als erste abgesetzt zu werden. Inzwischen war es 20.15 Uhr, d.h. ich war knapp 14 Stunden unterwegs. Aber ich muss sagen, dass war richtig gut zu schaffen.

📌Fortsetzung folgt

Kommentar verfassen